Doch Ricke hatte offenbar die Wut der Kleinanleger von T-Online unterschätzt. Sie gingen vor den Kadi, weil sie sich von der Telekom über den Tisch gezogen fühlten. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz gehörte zu den ärgsten Kritikern des Wiedereingliederungsbeschlusses. Jetzt, wo T-Online endlich Geld verdiene und zeige, dass sie auf eigenen Beinen stehe, werde sie von der Börse geholt. Aber der Vorstand hatte seine Strategie längst festgezurrt. „Wir können erst dann die volle Schlagkraft im Breitbandgeschäft entwicklen, wenn wir gegenüber dem Kunden im Zusammenspiel von T-Com und T-Online vollständig integriert auftreten“, betonte Ricke vor wenigen Wochen. Die Sparte steht unter enormem Druck und Ricke unter Handlungszwang. Der Telekom brechen durch den zunehmenden Wettbewerb und die scharfe Regulierung ständig Marktanteile weg. Kosten runter, Produktivität rauf – heißt die Devise bei der T-Com. Bis 2008 will sich der rosa Riese von 32 000 Mitarbeitern trennen, was die Beschäftigten wiederum auf die Barrikaden treibt. Jetzt muss Ricke beweisen, was in ihm steckt. Denn ob das Breitbandgeschäft im engen Verbund von T-Online und T-Com besser laufen wird, muss sich noch erweisen. Die Kunden wünschen Angebote aus einer Hand, die exakt aufeinander abgestimmt sind, hatte Ricke am 9. Oktober 2004 bei der Ankündigung der Wiedereingliederung von T-Online gesagt. Wie es gehen soll, zeigt ein anderes Produkt, das die Telekom an diesem Freitag vorstellt: Das Dual-Phone – ein kombiniertes Telefon für Festnetz und Mobilfunk.
Die zwei zurückliegenden Wochen haben gezeigt: Billigstrategien im Fernverkehr gehen auf. Auf der Straße feiert...






















