
Siemens begründete den Schritt damit, dass Löscher außer dem Vorstandsvorsitz keine internen Ämter besetzen und den Posten bei NSN einem Vorstand überlassen wolle, der die Branche kenne. Lamprecht war zu Beginn des Jahrzehnts verantwortlich für das Mobilfunkgeschäft (ICM) von Siemens. Nach der Trennung vom Handygeschäft und dem Start des Netze-Joint-Ventures mit Nokia hat der Münchener Technologiekonzern praktisch kein eigenes Mobilfunkgeschäft mehr. In Gewerkschaftskreisen wird damit gerechnet, dass sich Löscher zügig von dem Anteil an NSN trennen und das zuletzt verlustträchtige Gemeinschaftsunternehmen den Finnen überlassen werde. Siemens will sich nach Löschers Vorstellungen auf die Bereiche Infrastruktur, Industrie, Energie und Medizintechnik konzentrieren. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, prüft Siemens derzeit den Verkauf von Beteiligungen im Wert von mehreren Milliarden Euro. Demnach stünden die Lichttechniktochter Osram, die Kommunikationstechniksparten Unternehmensnetzwerke (SEN), Siemens Home and Office Communication Devices (SHC, „Gigaset“) sowie die Beteiligungen an den Gemeinschaftsfirmen Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) und Fujitsu Siemens Computers (FSC) zur Disposition. Die Autozuliefersparte VDO hat Löscher für gut elf Milliarden Euro an Continental verkauft. Für die gewinnträchtige Osram dürfte ein Abnehmer leicht zu finden sein. Bei den Joint Ventures werden wohl die Partner den Anteil übernehmen. Ungleich schwerer dürfte sich Löscher mit dem Verkauf von SEN und SHC tun. Bereits vor einem Jahr hatte sein Amtsvorgänger Klaus Kleinfeld erfolglos versucht, die schwächelnde Unternehmensnetzwerksparte loszuwerden. Nach einer Abkühlphase wurden im Sommer wieder Gespräche aufgenommen. Sollte Löscher die Portfolio-Bereinigung durchziehen wie angekündigt, wartet auf der Verkaufsliste ein noch schwererer Brocken auf ihn: Den Anteil von 49 Prozent an der Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW) versucht Siemens schon seit sieben Jahren loszuwerden.













