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Netzwerk: Gut verdrahtet: Ex-McKinseyaner in Spitzenjobs

von Hans-Jürgen Klesse

Einst Berater, nun Top-Manager: In welchen deutschen Unternehmen Ex-McKinsey-Berater sitzen und welche Funktion sie dort haben.

Das gute Netzwerk gilt bei Branchenexperten als einer der Hauptgründe, warum McKinsey in Deutschland so stark ist. Zwar haben persönliche Verbindungen in den vergangenen Jahren etwas an Bedeutung verloren. Denn mittlerweile werden auch Beratungsaufträge in den meisten Unternehmen nach streng strukturierten und standardisierten Verfahren vergeben. Auch die neuen, sogenannten Corporate-Governance-Vorschriften zur fairen Unternehmensführung haben dafür gesorgt, dass Mauscheleien weniger werden.„Aber keiner weiß, wie viele Aufträge tatsächlich noch im Stillen vergeben werden“, sagt ein Insider, „McKinsey ist extrem gut verdrahtet und dadurch frühzeitig informiert, was in den Unternehmen läuft.“ Hier eine kleine Auswahl Ex-McKinseyaner:

Frank Appel (Partner und Mitglied der Geschäftsführung bis 2000) ist seit gut einem Jahr Chef der Deutschen Post und ebenso ein Ex-Meckie wie sein Vorgänger Klaus Zumwinkel (Senior Partner und Mitglied der weltweiten Geschäftsführung bis 1985) und Ex-Postbank-Chef Wolfgang Klein (Berater bis 1996). In den vergangenen Monaten lief die Zusammenarbeit mit den früheren Kollegen jedoch nicht ganz so reibungslos: 2008 kürzte die Post ihr Beraterbudget um 20 Millionen auf 272 Millionen Euro, Ende März verkündete DHL Express den Verzicht auf externe Berater, die Geschäftsfelder Spedition, Logistik und Brief wollten einen solchen Schritt prüfen. Mittlerweile ist McKinsey nach Informationen von Insidern aber wieder dabei. Alte Liebe rostet offenbar nicht.

Leonhard Birnbaum (Partner bis 2008) ist RWE-Strategievorstand.

Nedim Cen (Berater bis 1993) soll als Interimsvorstand die Finanzen des angeschlagenen Solarzellenherstellers Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen in Ordnung bringen.

Alexander Dibelius (Partner bis 1993) ist Deutschland-Chef von Goldman Sachs und Sprecher des Karstadt-Vermieters High-street.

Gunter Dunkel (Berater bis 1996) ist Chef der Nord/LB und gilt als enger Vertrauter des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff.

Carl-Peter Forster (Berater bis 1986) war Europa-Chef des Opel-Mutterkonzerns General Motors, nach dessen Pleite ist er Chef des Restrukturierungsteams von Opel. An der Opel-Spitze stand er bereits von 2001 bis 2004. Im Auftrag der hessischen Landesregierung durchleuchteten seine früheren McKinsey-Kollegen das Opel-Übernahmekonzept von Magna.

Ulrich Johannwille (Berater bis 2006) ist seit dem 1. Juni Personal- und Finanz-Vorstand des Ferienfliegers Condor.

Markus Klimmer (Partner seit 2000) hat sich jetzt bei McKinsey freistellen lassen, um bis zur Bundestagswahl SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zu beraten – ohne Honorar. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Tagen in der niedersächsischen Staatskanzlei.

Wolf Klinz (Partner bis 1981) sitzt seit 2004 für die FDP im Europaparlament und ist dort Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung. Zudem hält er Aufsichtsratsmandate bei Zumtobel, Aveco und Herlitz und ist Mitglied des IVG-Konzernbeirats.

Torsten Oletzky (Berater bis 2000) steht an der Spitze des zur Münchener Rück gehörenden Erstversicherers Ergo.

Immo Querner (Berater bis 1996) ist Finanzvorstand beim Versicherer Talanx, zu dem Marken wie HDI-Gerling, Aspecta, Neue Leben und Hannover Rück gehören.

Marcus Schenck (Berater bis 1997) ist Finanzvorstand des Energieversorgers E.On.

Christoph Vilanek (Berater bis 2005) ist seit Mai Chef des Mobilfunkunternehmens Freenet.

Axel Wieandt (Berater bis1997) ist Chef des notleidenden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Der Ex-Meckie hat darüber hinaus beste familiäre Kontakte dorthin: Bruder Carl ist McKinsey-Partner, Schwester Dorothee ist mit Commerzbank-Chef Martin Blessing verheiratet, und der war bis 1996 Partner beim größten Beratungsunternehmen in Deutschland.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.07.2009, 10:11 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    Toll die ganzen Meinungen hier. brauch ich meine garnicht schreiben. @alle +1

  • 02.07.2009, 07:46 UhrAnonymer Benutzer: Tralala

    "die neuen, sogenannten Corporate-Governance-Vorschriften" bewirken gar nichts. Die Ex-McKinseyaner sitzen in den entsprechenden Positionen, sind untereinander vernetzt und lassen sich nicht in ihre Karten schauen. Selbst ehemals gesunde Unternehmensstrukuren sind mittlerweile so zusammengespart, daß keinerlei Spielraum für guten Service mehr bleibt, von Mitarbeiter-Zufriedenheit gar nicht erst zu sprechen. - Die einzigen Ziele von McKinsey scheinen zu sein, für sich selbst die besten Stücke vom Kuchen abzuschneiden, die eigenen Mitarbeiter in gute Postionen abzuschieben und Unternehmensstrukturen auszubluten, um für eine kleine Elite maximale Gewinne abzuschöpfen.

  • 02.07.2009, 01:14 UhrAnonymer Benutzer: El Tschino

    Schon wieeeeeeder ein PR-Artikel zum Wohle der Unternehmensberater.

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