Netzwerksparte: Stichwort: Siemens Enterprise Communications (SEN)

Netzwerksparte: Stichwort: Siemens Enterprise Communications (SEN)

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Blick auf den Haupteingang eines Siemens-Gebaeudes in Muenchen-Perlach. Der Elektrokonzern Siemens will im Zuge seines Konzernumbaus bis zu 3.000 Arbeitsplaetze in seiner Telefonanlagensparte streichen. Unternehmenskreise bestaetigten der Nachrichtenagentur AP entsprechende Medienberichte am Samstag, 23. Feb. 2008. Damit koennte fast jeder zweite Mitarbeiter der Sparte Siemens Enterprise Networks (SEN) in Deutschland betroffen sein.

Mit dem Arbeitsplatzabbau soll Siemens Enterprise Communications (SEN) möglichen Käufern schmackhafter gemacht werden. Einige Fakten über die SEN und den Verkauf.

Mitarbeiter: Weltweit beschäftigt SEN 17.500 Menschen. Die meisten von ihnen arbeiten in Deutschland (6200), den USA (1900), dem Vereinigten Königreich (1500) und Brasilien (1500). SEN wird von einem Dreiergremium aus Reinhard Benditte, Gerhard Otterbach und Thomas Zimmermann geführt. Weltweit sollen im Zuge des Stellenabbaus rund 3000 Mitarbeiter an Partner oder Kunden abgegeben werden. SEN kooperiert vorrangig mit AT&T, IBM , Intel, der British Telecom und Microsoft zusammen.

Produkte und Kunden: SEN stellt Telefonanlagen für Unternehmen her, die meist unter dem Namen „HiPath“ vertrieben werden. Siemens hatte lange Zeit auf herkömmliche elektronische Telefonanlagen gesetzt. Diese Technologie gilt als veraltet, da die meisten Unternehmen mittlerweile Internetverbindungen für ihre Kommunikation nutzen wollen. SEN versuchte zuletzt, seine Produktpalette ebenfalls in Richtung IP-Kommunikation zu verlagern und verlegte sich vor allem auf das sogenannte Unified Messaging - ein Computersystem, in dem alle Kanäle wie Telefon, E-Mail und Fax zusammenlaufen. Zu Großkunden zählten jüngst L'Oreal, die britische BBC und die Commerzbank. Siemens veröffentlicht für SEN keine Ertragszahlen. Experten schätzen den operativen Verlust auf bis zu 300 Millionen Euro jährlich.

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Die Geschichte der Trennung: SEN blieb nach der Abspaltung des Telefonnetzgeschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der finnischen Nokia als eines der letzten Fragmente des einst riesigen Telekommunikationsbereichs Com bei Siemens. Bereits im Sommer 2006 hatte der damalige Konzernchef Klaus Kleinfeld einen raschen Verkauf in Aussicht gestellt. Nach dem Zusammenbruch der früheren Handysparte unter der Taiwaner BenQ waren Verhandlungen vor allem mit Finanzinvestoren allerdings gescheitert. Siemens hat sich eine Verkaufsfrist bis Ende Juni 2008 gesetzt. Im Konzernvorstand ist Finanzchef Joe Kaeser für die Sparte zuständig. Er verhandelt Insidern zufolge nun sowohl mit Alcatel-Lucent und Nortel als auch mit dem Finanzinvestor Cerberus. Nach einer Trennung von SEN verbliebe aus dem früheren Com Bereich allein noch das Segment SHC, dem Hersteller der Gigaset-Telefone. Kaeser hat bereits angekündigt, auch dieses Geschäft unter die Lupe zu nehmen.

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