Neue Boni-Regelungen: Deutsche Bank schiebt Ackermanns Bonus auf

Neue Boni-Regelungen: Deutsche Bank schiebt Ackermanns Bonus auf

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Geldsegen mit Verzögerung: Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank

von Cornelius Welp

Die Deutsche Bank folgt den Vorgaben der Aufseher und richtet ihre Vergütung langfristiger aus. Einige Wettbewerber gehen jedoch noch weiter.

Josef Ackermann ist nicht mehr der Topverdiener im Dax. Und nicht einmal in der eigenen Bank ist er mit seinem Gesamtgehalt von rund neun Millionen Euro die Nummer Eins. Sein Vorstandskollege Anshu Jain hat deutlich mehr verdient als der Schweizer. Sensationell ist das nicht: Jains Gehalt wird erst seit Mitte des vergangenen Jahres individuell ausgewiesen. Auch in den Jahren zuvor dürfte der gebürtige Inder mehr verdient haben als der Mann an der Spitze.

Ein deutlich größerer Teil der Vorstandsgehälter wird nun langfristig ausgezahlt. 2,5 Millionen Euro bekommt Ackermann erst ab August 2012 ausgezahlt. Auch die Fixvergütung der Topmanager ist deutlich gestiegen. Für die meisten einfachen Vorstandsmitglieder hat sie sich auf rund 1,1 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Deutlich gesunken sind dafür ihre unmittelbar ausgezahlten Prämien.    

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Vorgaben der Aufsichtsbehörden

Mehr Langfristigkeit und höhere Festgehälter sind Tendenzen, die sich durch die ganze Bank ziehen. Boni sollen – offenbar anders als früher - künftig nur noch „als Anreiz und Belohnung für gute Leistung“ gezahlt werden, wie es im heute veröffentlichten Vergütungsbericht der Bank heißt.  Ab einem Bonus von 75.000 Euro werden nun mindestens 20 Prozent aufgeschoben in Aktien ausbezahlt. Gleichzeitig sinkt der Anteil des bar ausgezahlten Anteils. Die Fixgehälter hat die Bank schon 2009 erhöht, sodass selbst in der bonusfreudigen Investmentbank inzwischen fast die Hälfte der Gesamtvergütung fest ausgezahlt wird. Die Gesamtentlohnung aller Angestellten ist 201o gesunken, obwohl die Deutsche Bank wegen der Übernahme von Sal. Oppenheim und Teilen von ABN Amro deutlich mehr beschäftigte hat.

Mit den Reformen hat die Deutsche Bank wie andere Großbanken auch die Vorgaben der Aufsichtsbehörden umgesetzt. Die Orientierung am zu kurzfristigen Erfolg gilt heute nahezu unumstritten als eine Ursache der Finanzkrise. Sie geht dabei aber längst nicht so weit wie mancher Wettbewerber. So zahlt etwa die Credit Suisse schon ab einem Gesamtbonus von 50.000 Schweizer Franken einen großen Anteil verzögert aus. Die Praxis kann bei allen Instituten zu Enttäuschungen führen, weil von den Bankern fest eingeplante Zahlungen erst Jahre später eintreffen. Die Konkurrenten und sind im Zweifel bereit, zu weit gehende Anpassungen auch wieder rückgängig zu machen. Längst befinden sich die Großbanken in einen Wettbewerb der Vergütungssysteme. So sinnvoll sie insgesamt auch sind, werden die neuen Regeln zudem mit einem Grundübel nicht Schluss machen. Die Garantiezahlungen für von Wettbewerbern abgeworbene Banker dürften in den kommenden Jahren sogar steigen.

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