Neue Mobilitätsformen: Daimler entdeckt im Carsharing einen Milliardenmarkt

Neue Mobilitätsformen: Daimler entdeckt im Carsharing einen Milliardenmarkt

von Martin Seiwert

Daimler steigt als erster Autobauer ins Carsharing-Geschäft ein – und macht aus der Not eine hoffentlich profitable Tugend.

Milliardenmarkt entdeckt

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Daimlers Pilotprojekt mit Smart in Ulm: Stationen in Europa und Nordamerika geplant

Jahrzehntelang war Carsharing etwas für grüne Initiativen und Öko-Vereine. Autobauer betrachteten das Geschäft skeptisch, bei dem sich mehrere Nutzer ein Auto teilen. Doch jetzt müssen die Unternehmen reagieren, denn die meisten Bundesbürger zwischen 14 und 29 Jahren können sich ein Leben ohne Auto durchaus vorstellen, während sie auf Internet und Handy nicht verzichten möchten, so eine Untersuchung des IT-Verbandes Bitkom (WirtschaftsWoche 9/2010). Als Erster der Autobranche prescht nun Daimler vor. Der Konzern will das Geschäft in Metropolen rund um den Globus selbst anbieten.

In den nächsten Monaten will er die ersten Städte benennen, in denen er das System einführt. „Wir sprechen mit Stadtverwaltungen Dutzender Millionenstädte“, sagt Projektleiter Robert Henrich. In Europa und Nordamerika will er in den kommenden Jahren Verträge abschließen. Der Manager sieht „einen Milliardenmarkt“ und geht davon aus, dass er „eine zweistellige Rendite erwirtschaften“ werde.

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Tatsächlich haben zwei Pilotprojekte des Konzerns unter der Marke Car2Go in Ulm und im texanischen Austin alle Erwartungen übertroffen. In Ulm hatte Daimler vor einem Jahr 200 Smart bereitgestellt. Die Autos sind überall im Stadtgebiet verteilt, der Nutzer kann sie spontan mieten. Registrierte Kunden öffnen den Wagen mit einem auf den Führerschein geklebten Chip, pro Minute kostet die Fahrt 19 Cent. Danach stellt er das Auto an beliebiger Stelle ab.

Das Daimler-Konzept kommt an. 15 Prozent der Ulmer Führerscheininhaber sind inzwischen Kunde. Jeder Wagen wird zwischen vier und acht Mal täglich genutzt, insgesamt gibt es am Tag fast 1000 Mietungen. Besonders hoch sei die Nutzung in dicht bewohnten Gebieten, sagt Projektleiter Henrich.

Auch wenn er zunächst nur mit Smart-Flotten arbeiten will, denkt die Daimler-Führung weiter. „In einem zweiten Schritt müssen wir überlegen, ob wir das Konzept auch mit Mercedes-Fahrzeugen anbieten“, sagt Vertriebsvorstand Joachim Schmidt. Denn das Management ist über einen positiven Nebeneffekt erfreut: Car2Go bringt Daimler in Kontakt mit jungen Menschen – fast zwei Drittel der Ulmer Kunden sind unter 36. Mit dieser Zielgruppe hat Daimler wegen einer verfehlten Kleinwagenpolitik, hochpreisigen Fahrzeugen und wenig jugendlichem Image sonst selten zu tun.

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