Neue Runde: Microsoft will Yahoo bei Führungswechsel doch übernehmen

Neue Runde: Microsoft will Yahoo bei Führungswechsel doch übernehmen

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Der Eingang zur Yahoo-Zentrale im kalifornischen Sunnyvale. Software-Gigant Microsoft hat nun doch wieder Interesse an einer Übernahme

Der Übernahmekampf zwischen Microsoft und Yahoo ist in eine neue Runde gegangen. Microsoft erklärte gestern, dass es den Suchmaschinenbetreiber nach einem Führungswechsel doch noch übernehmen möchte.

Mit dem derzeitigen Management seien keine zielführenden Verhandlungen möglich gewesen. Yahoo bekräftigte umgehend seine Bereitschaft zur sofortigen Wiederaufnahme der im Juni eigentlich bereits abgebrochenen Übernahmegespräche. Die Yahoo-Aktie schoss als Reaktion auf das Microsoft-Interesse fast 13 Prozent in die Höhe. Microsoft-Titel tendierten knapp ein Prozent im Plus.

Als Erfolg konnte Yahoo-Großaktionär Carl Icahn die neu aufgekeimten Übernahme-Hoffnungen für sich verbuchen. Der Milliardär, der sich für einen Verkauf des Unternehmens einsetzt, möchte auf der Hauptversammlung am 1. August eigene Kandidaten für das Direktorium vorschlagen und den aktuellen Yahoo-Chef und Firmengründer Jerry Yang stürzen. Dieser hatte einen Verkauf seines Unternehmens an Microsoft mehrmals abgelehnt. Zunächst schlug er ein 47,5 Milliarden Dollar schweres Angebot für den gesamten Konzern aus, anschließend eine Offerte für einen Anteil von 16 Prozent sowie das Suchmaschinengeschäft.

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Aus diesem Grund hatte sich Icahn vergangene Woche mehrmals mit Microsoft-Chef Steve Ballmer getroffen. "Steve hat klar geäußert, dass er an weiteren Gesprächen über eine große Transaktion interessiert ist, wenn Yahoo eine neue Führung hat", schrieb Icahn in einem am Montag veröffentlichten Brief. Experten glauben, dass sich durch die Ankündigung von Microsoft die Chancen für eine Ablösung von Yahoo-Chef Yang erhöhen. Icahn sagte in einem Telefon-Interview, er führe bereits Bewerbungsgespräche mit Kandidaten für den Chefposten und das Management.

Microsoft erklärte, dass nach einem Führungswechsel bei Yahoo sowohl eine komplette Übernahme als auch der Kauf einzelner Unternehmensteile denkbar seien. Für den Softwaregiganten ist Yahoo interessant, weil es seine Position im wachsenden Markt für Internet- und Suchmaschinenwerbung stärken würde. Bisher verdient das Unternehmen aus Redmond sein Geld vor allem mit Betriebssystemen und Bürosoftware.

Microsoft bekräftigte seine Haltung, dass mit der aktuellen Führung des Suchmaschinenbetreibers keine zielführenden Gespräche möglich gewesen seien. Yahoo lud Microsoft dennoch zu neuen Gesprächen ein. Wenn der Softwareriese und sein Chef Steve Ballmer Yahoo wirklich kaufen wollten, sollten sie sofort einen Vorschlag machen, erklärte der Konzern.

Ein potenzieller Zusammenschluss Yahoos im Internetbereich mit der Time-Warner-Online-Tochter AOL wurde indes vorerst nicht mehr erwartet. Eine mit den Verhandlungen vertraute Person sagte, vor der Yahoo-Hauptversammlung sei dies unwahrscheinlich. Gespräche mit Rupert Murdochs News Corp seien ganz vom Tisch.

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