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Neuer Biosprit: Autohändler raten Kunden von E10 ab

von Franz W. Rother

Auf der Web-Site seines Autohandelsunternehmens, der VW-nahen Gottfried Schultz-Gruppe, informiert Robert Rademacher intensiv über die Eignung von Autos für den Biosprit E10.

Schließlich ist er Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Doch viele ZDK-Mitglieder lehnen das mit zehn Prozent Alkohol angereicherte Benzin weiter ab. Bei einer Umfrage des Leasingfinanzierers LeaseTrend unter 100 meist markengebundenen deutschen Autohandelsunternehmen gaben 63 Prozent an, sie rieten ihren Kunden vom Biosprit ab. Offenbar befürchten die Autohändler, später bei etwaigen Motorschäden in Regress genommen zu werden.

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„Das wäre fatal“, kommentiert ein ZDK-Sprecher das Umfrageergebnis. Denn das Kfz-Gewerbe zählte zu den Teilnehmern des Benzin-Gipfels, zu dem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle Anfang März nach Berlin geladen hatte. Allerdings hatte der Verband seinen Mitgliedern empfohlen, jedes Kundengespräch zum Thema E10 zu dokumentieren und mit einer Haftungsklausel zu versehen: „Für die Vollständigkeit und Korrektheit der Informationen übernehmen wir keine Gewähr.“ Um Papierkrieg zu vermeiden, raten die Händler ihren verunsicherten Kunden offenbar nun zum E10-Verzicht.

Für die Mineralölindustrie wird es darum immer schwieriger, die gesetzlich geforderte Biokraftstoffquote zum Klimaschutz zu erfüllen. Nach Angaben von Aral lässt die Nachfrage nach der neuen Spritsorte weiter zu wünschen übrig: Dort, wo E10 angeboten werde, entfalle nur etwa 30 Prozent des Benzinabsatzes auf den Biokraftstoff. Die große Mehrheit der Autofahrer tankt lieber das teurere SuperPlus. Die Einführung von E10 in Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland hat die BP-Tochter deshalb erneut verschoben.

Eine Preissenkung, wie sie Esso angekündigt hat, lehnt Aral ab. Ethanol sei im Einkauf doppelt so teuer wie Benzin, sagt ein Aral-Sprecher, „wenn wir unter dem Einstandspreis verkaufen, kriegen wir Ärger mit dem Kartellamt.“

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.10.2011, 14:59 UhrAnonymer Benutzer: Felix Elysium

    Mit erheblichen Subventionen wurden und werden Flächen für die Erzeugung von Agrarrohstoffen gefördert. Lebensmittelpreise steigen, auch das ein unangenehmer Nebeneffekt für die Dritte Welt.

    Anschließend wird die Weiterverarbeitung (z.b. durch riesige energieintensive bioethanol-Destillen) zu Agrarkraftstoffen mit steuerlichen Mitteln (u.a. mit GA-Förderung) nochmals erheblich weitergefördert.

    Um nun diese erheblichen Mengen weiter zu verwerten, müssen diese nun an der Tanke sehr teuer zwangsvertankt werden mit zusätzlich 19 % USt (war mal bei 11%).

    Der Umweltschutzgedanke, der eigentlich Sinn und inhalt dieser Umstellungsmaßnahme, dürfte eher ins negative verkehrt worden sein. Für die bewirtschaftung der Agrarrohstoffflächen werden erhebliche Mengen an Kunstdünger benötigt, der mit sehr viel Energie erzeugt werden muss und auch dem Grundwasser nicht zuträglich sein dürfte.

    Spritzmitteleinsatz dito, Stichwort Monokulturen.

    Zur Weiterverarbeitung braucht man ebenfalls sehr viel Energie, sodass die Gesamtenergiebilanz im bezug auf die CO 2 bilanz negativ ausfallen dürfte.

    Die technische Seite, insbesondere wenn langfristig Schäden an Leitungen und Motoren entstehen, ist ein weiterer Gesichtspunkt, der intensiv und vollständig geprüft werden müßte.

    Stichwort: Haftungsfragen, Entschädigungen.

    Vielleicht gibt es ja dafür auch einen Rettungsfonds.

  • 27.10.2011, 14:58 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Die Grünen stehen hinter diesen idiotischen Subventionsorgien - und jetzt sind sie auf einmal ganz still.

    Zu Ethanol (E10-Katastrophe) hier die Grünen-initiative von 2006:

    www.ethanol-statt-benzin.de

    Hier die Übeltäter (Mitglieder dieses fragwürdigen Vereins):

    bayerischen Landwirtschaftsministerium
    bayWa AG
    benzin Kontor AG
    C.A.R.M.E.N. e.V.
    Ford Werke GmbH
    Kraul & Wilkening u. Stelling GmbH & Co. KG
    Mitteldeutsche bioEnergie GmbH & Co. KG
    OiL! Tankstellen
    SAAb Deutschland
    Stadt Weilheim
    Südzucker bioethanol GmbH
    Verband bayerischer Landwirtschaftlicher brennereien.

    Soviel zum Thema Trennung von Staat und industrie (das Gegenteil hatten wir 1933-1945 schon mal gehabt...) Einmal lesen und verzweifeln... in was für einem Land leben wir eigentlich :-(

  • 27.10.2011, 14:58 UhrAnonymer Benutzer: E10 =? AKW

    So schlau sind die Deutschen!

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