Neues Vertriebsmodell: Allianz zahlt Agenturen Ausgleich für Umsatzeinbußen

Neues Vertriebsmodell: Allianz zahlt Agenturen Ausgleich für Umsatzeinbußen

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Allianz hat Probleme bei der Neuorganisation des Vertriebs

Die Allianz Deutschland AG hat bei der Neuorganisation ihres Unternehmens so massive Probleme, dass sie den Vertreteragenturen in den neuen Bundesländern und Berlin einen Ausgleich für entgangenen Umsatz zahlt.

Während Allianz-Deutschland-Chef Gerhard Ruppert der WirtschaftsWoche sagte, das „neue Betriebsmodell hat seine Nagelprobe bestanden“, bestätigte Ralph Bächle, Vorstandsmitglied der Interessengemeinsaft der Vertretervereinigungen der Allianz, dass die Einführung von Callcentern und die Zentralisierung des Postverkehrs erhebliche Probleme machte und die Allianz deshalb Entschädigungen zahlte. „Die Ausgleichszahlungen sind natürlich ein Eingeständnis, dass Fehler gemacht wurden“, so Bächle, der 2.400 Allianz-Agenturen in Südwestdeutschland vertritt.

„Ganz offensichtlich stimmten die Prozesse dort nicht, weder von der technischen noch von der personellen Seite.“ Im Allianz-Gebiet Nordost hatte die Allianz zum Jahresende neue Strukturen eingeführt. Die Post wird zentral in Berlin eingescannt und anschließend verteilt. Dabei ist offenbar Post in erheblichem Umfang verloren gegangen, bestätigten Allianz-Mitarbeiter der WirtschaftsWoche. Zudem hat die Einführung von Callcentern zu starken Verzögerungen geführt, weshalb viele Agenturen unter Umsatzeinbußen leiden. Bächle spricht von „enormen Bearbeitungsrückständen“.

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Dennoch kündigte Allianz-Chef Rupprecht an, dass das neue Betriebsmodell auf ganz Deutschland ausgeweitet wird. „Der Umbau, der im Gebiet Nordost Ende letzten Jahres begonnen hat, wird sich bis zum Jahresende 2008 über ganz Deutschland erstrecken. Die anfänglichen technischen Probleme sind gelöst.“ Laut Rupprecht geht auch der Aufbau von Bankagenturen weiter. Der Allianz-Chef bestätigte frühere Aussagen, dass bis zu 5.000 Agenturen bundesweit eingerichtet werden, in denen Bank- und Versicherungsgeschäfte erledigt werden können. „Das sind Zahlen, die man sich durchaus auch weiter vorstellen kann.“ Die Dresdner Bank hat derzeit rund 1.000 Filialen.

Unter dem Personalabbau und den gestiegenen Renditevorgaben leidet nach einer Erhebung der Verbraucherzentrale Bremen im Auftrag der WirtschaftsWoche zunehmend die Beratung der Allianz. Die Verbraucherzentrale führte 32 Beratungsgespräche in 15 Allianz-Agenturen und 17 Desdner-Bank-Filialen mit dem Ziel einer optimalen Altersvorsorge. „Das Ergebnis ist erschreckend, das hätte ich bei einem Marktführer wie der Allianz nie erwartet“, urteilt Finanzexperte Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale. „Es wurde schlampig beraten oder provisionsgetrieben, aber fast nie so, wie es sein soll. Mit viel Wohlwollen konnten wir einmal die Note „gut“ und viermal die Note „befriedigend“ vergeben. Im Durchschnitt waren die Beratungen jedoch mangelhaft.“

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