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Neues Vorstandsressort: Siemens macht Korruptionsbekämpfung zur Vorstandssache

von AP

Im Bemühen um eine Bewältigung der Schmiergeldkrise hat Siemens ein neues Vorstandsressort für Recht und Korruptionsbekämpfung geschaffen. Der Amerikaner Peter Solmssen werde den Posten sowie das Amt des Chefjustiziars ab Oktober übernehmen, teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung heute mit.

Siemens-Chef Löscher bei einer Pressekonferenz in Shanghai,  Reuters
Siemens-Chef Löscher bei einer Pressekonferenz in Shanghai, Foto: Reuters

Der neue 52-Jährige Chefjustiziar war zuvor Vize-Vorstand des Siemens-Konkurrenten General Electrics Healthcare. „Wir sind sehr froh, mit Peter Solmssen eine in Rechts- und Compliancethemen international hoch qualifizierte und anerkannte Persönlichkeit für Siemens gewonnen zu haben“, sagte Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. „Das ist ein konsequenter Schritt zur beschleunigten Bewältigung der derzeitigen Probleme bei Siemens und zur Neuausrichtung des Unternehmens.“ Mit der Schaffung des neuen Vorstandspostens baut der Konzern seine Anti-Korruptions-Einheit personell und organisatorisch um: Als deren neuer Leiter wurde mit sofortiger Wirkung Andreas Pohlmann berufen. Der 49-jährige unterstehe dem neuen Ressort Recht und Compliance von Solmssen und werde auch direkt an den Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher berichten, hieß es. Pohlmann war zuletzt Deutschland-Chef des US-Chemiekonzerns Celanese. Im Juni hatte sich Siemens nach wenigen Monaten von dem ehemaligen Stuttgarter Oberstaatsanwalt Daniel Noa als Leiter der Anti-Korruptions-Einheit getrennt. Die interne Bilanzrevision im Ressort von Finanzvorstand Joe Kaeser werde ab 1. Oktober Hans Winter leiten, erklärte Siemens. Bei dem 38-Jährigen sollen demnach sämtliche Revisionsfunktionen im Unternehmen zusammenlaufen. Winter war zuvor bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers im Bereich interne Kontrollsysteme tätig. Siemens-Chef Löscher erklärte, mit der personellen Neuaufstellung und der organisatorischen Bündelung der Anti-Korruptionseinheiten entspreche Siemens seinem Ziel, den Konzern transparenter zu machen und seine Komplexität zu reduzieren. „Zugleich unterstreichen wir mit den getroffenen Entscheidungen unseren Anspruch, Siemens auf dem Gebiet Corporate Governance weltweit in eine Spitzenposition zu bringen“, erklärte Löscher. Wie Siemens weiter mitteilte, wird Siemens-Kommunikationschef Stephan Heimbach ab 1. Oktober die Konzernkommunikation, das Büro des Vorstandschefs und die Abteilung Global Government Affairs leiten.

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