„Neugierde kultivieren“: Die ökonomischen Vorteile der Unterschiedlichkeit - Seite 2

„Neugierde kultivieren“: Die ökonomischen Vorteile der Unterschiedlichkeit

2

Warum? Weil sich zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass wir in einer Welt des stetigen Wandels leben. Globalisierung, Internationalisierung, Wettbewerbsdruck – bisher haben solche Bedrohungen eher Rückschritte ausgelöst, man igelt sich ein. Doch das Gegenteil wäre richtig. Diversity ist ein Baustein für eine offene Unternehmenskultur, die von Veränderungsbereitschaft beflügelt. Leider sind die Städte und das ganze Land noch nicht so weit wie die Unternehmen. Es gibt kaum eine Stadt, die ein Diversity-Konzept hat Wie sieht so ein Konzept aus? Auf alle Fälle reicht es nicht, mal hier und da ein lustiges Plakat aufzuhängen. Ein Unternehmen braucht ein klares Bekenntnis des Topmanagements zu Diversity und muss dies als Leitlinie fest in den Köpfen der Mitarbeiter verankern. Dann müssen Sie Strukturen schaffen, indem zum Beispiel Minderheiten eigene Mitarbeitergruppen bilden, die von dem Unternehmen finanziell und personell unterstützt werden. Unternehmen, die das ernst nehmen, benötigen außerdem einen Diversity Manager. Was müssen Städte tun? Im Prinzip das gleiche. Vom Bürgermeister über Verwaltung bis zu lokalen Größen wie Kammerpräsidenten müssen die Meinungsführer eine minderheiten-freundliche Grundhaltung zeigen. Es gibt eine Voraussetzung für Toleranz und Offenheit: Eine positive Selbstidentität. Deshalb fällt es Städten wie Köln leichter als manchen ostdeutschen Städte, die das Fremde – verständlicherweise – als Bedrohung empfinden. Wie lange dauert es, bis sich Diversity auch ökonomisch auszahlt? Das ist ein jahrelanger Prozess. Diversity braucht Routine. Die Minderheiten möchten ja letztlich keine Sonderbehandlung, sondern eine selbstverständliche Anerkennung und Integration, die zur Selbstverständlichkeit werden muss. Wie kann das gelingen? Vom anfänglichen Ausblenden der Probleme darf es nicht in einem Schritt herüberschwingen in das unsichtbare Integrieren, nach dem Motto: Das ist so normal, darüber brauchen wir nicht zu reden. Das ist die klassische Ausrede. Deshalb muss man zunächst den Kampagnenweg gehen, um das explizite Ansprechen kommt man am Anfang nicht umhin. Und dann? Städte und Unternehmen müssen sich Formate überlegen, in denen es zu persönlichen Interaktionen und Beziehungen kommt. Unterschiedliche Menschen müssen sich auf einer persönlichen Ebene treffen und gemeinsam den Mehrwert von Vielfalt erleben. Oft ist am Anfang der Enthusiasmus groß. Aber wenn sich nicht schnell der Erfolg einstellt, sind die Leute enttäuscht. Die persönlichen Netzwerke, Foren, Mitarbeitergruppen, Veranstaltungen oder Patenschaften, retten über diese Zeit hinweg. Mit der Zeit wird sich zeigen, dass dies der richtige Weg ist.

weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.