Neujahr: Chinesen feiern Start ins Jahr des Rindes

Neujahr: Chinesen feiern Start ins Jahr des Rindes

Mit einem gewaltigen Feuerwerk haben die Chinesen in der vergangenen Nacht nach dem traditionellen Mondkalender das Jahr des Rindes begrüßt. Mehr Menschen als je zuvor sind zu dem größten chinesischen Familienfest in ihre Heimat gereist.

Die Neujahrsfeiern werden überschattet von der globalen Wirtschaftskrise und der schmerzlichen Erinnerung an das verheerende Erdbeben in der Provinz Sichuan. Regierungschef Wen Jiabao feierte gestern Abend mit Überlebenden in dem schwer zerstörten Ort Wenchuan, wo das Epizentrum gelegen hatte. Das Beben am 12. Mai 2008 mit der Stärke 8 hatte wahrscheinlich mehr als 80.000 Menschen das Leben gekostet.

Chinas Verkehrsbehörden meldeten über drei Tage bis Freitag einen Zuwachs der Bahnreisenden um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über die 40-tägige Reisezeit werden 2,32 Milliarden Reisen oder fünf Prozent mehr erwartet. Das Neujahrsfest, bei dem die Arbeit praktisch zum Stillstand kommt, löst jedes Jahr eine der größten Völkerwanderungen aus.

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Für das Krisenjahr 2009 sagen Wahrsager voraus, dass sich harte Arbeit und Fleiß auszahlen sollen. Das Rind stehe im chinesischen Tierkreis für Geduld und Unbeirrbarkeit. Mit schnellen Erfolgen sei aber nicht zu rechnen. Wegen der Schließung von Fabriken und Produktionsstopps sind Millionen Wanderarbeiter schon frühzeitig heimgekehrt und haben nach dem Fest keine Jobs mehr. In seiner Neujahrsansprache sagte Wen Jiabao, 2008 sei ein außergewöhnliches Jahr gewesen. Er verwies auf die Schneekatastrophe zum Jahresbeginn, das Erdbeben in Sichuan, die Olympischen Spiele in Peking, den ersten Weltraumspaziergang eines chinesischen Astronauten und schließlich die globale Finanzkrise. Zur Bewältigung der Wirtschaftsprobleme, durch die schon mehr als zehn Millionen Chinesen ihre Arbeit verloren haben, werde die heimische Nachfrage angekurbelt und die Wirtschaft umstrukturiert, sagte Wen Jiabao. Er demonstrierte Zuversicht, dass die Probleme in China überwunden werden könnten.

Zum Neujahrsfest verschenkten die Behörden nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua jeweils 100 oder 150 Yuan (8 oder 16 Euro) an Bedürftige. Die Zentralregierung habe neun Milliarden Yuan (eine Milliarde Euro) für 74 Millionen Arme bereitgestellt, um die Auswirkungen der Wirtschaftsprobleme zu mildern.

Die Finanzkrise steht auch im Mittelpunkt der Europa-Reise, zu der Wen Jiabao heute aufgebrochen ist. Nach einem Besuch beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos wird Chinas Regierungschef am Donnerstag in Berlin erwartet, bevor er nach Brüssel, Madrid und London weiterreist. In Peking gingen schon Stunden vor Mitternacht immer wieder Kracher und Raketen hoch, doch erlebten die 17 Millionen Einwohner um 0 Uhr ein gewaltiges Feuerwerk. Die Behörden haben das sonst übliche Feuerwerksverbot in Peking für zwei Wochen bis zum Laternenfest, dem offiziellen Ende der Neujahrsfeiern, aufgehoben. Es ist das dritte Jahr, in dem wieder geknallt werden darf. Wegen vieler Unfälle und Feuer war es von 1993 bis 2006 - sehr zum Ärger der Bürger - selbst während des Neujahrsfestes verboten, Raketen und Kracher zu zünden.

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