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Neuordnung der Autoindustrie: VW ist auf dem Weg zum Krisen-Gewinner

von Thomas Katzensteiner (Frankfurt), Martin Seiwert und Franz Rother

Opel mit Fiat oder Magna, General Motors in Staatshand: Welche neuen Konstellationen der Showdown in der Automobilindustrie auch bringt – der Volkswagen-Konzern dürfte, trotz des Machtkampfes mit Porsche, zu den Gewinnern zählen.

Showdown in der Quelle: AP
Showdown in der Automobilindustrie: neue Konstellationen bilden sich Quelle: AP

Wer Christian Wulff in der vorvorigen Woche auf der Hannover Messe begegnete, der sah einen auffällig vergnügten und selbstbewussten Politiker. Mag die Wirtschafts- und Finanzkrise die Zukunft noch so verdüstern, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten hat sie nicht geschadet – im Gegenteil. Der Christdemokrat verdankt letztlich der weltweiten Depression, dass er faktisch zu einem der mächtigsten Männer der europäischen Autoindustrie aufgestiegen ist – und das durch seinen nun unerschütterlichen Einfluss bei Volkswagen, dem Branchenprimus des Kontinents.

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Wulff genießt, dass Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und die Eigentümerfamilien des Sportwagenherstellers zwar Volkswagen vollständig übernehmen wollen. Das umstrittene VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität im Aufsichtsrat zusichert, werden die beiden Porsche-Großeigentümer Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch jedoch nicht so schnell wie gedacht los. Damit kann sich Wiedeking die vollständige Übernahme von VW ohne Wulffs Zustimmung erst einmal abschminken – und bleibt auf einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro sitzen, den er mithilfe von VW eigentlich abzutragen hoffte.

Position von Wulff wird gestärkt

Wie immer die Schlacht um Porsche und VW ausgeht, Wulff kann sich darauf einstellen, dass seine Macht in den nächsten Jahren sogar noch weiter wächst. Denn die schwer kriselnde PS-Branche zerbröselt schneller als gedacht. „Jahrelang haben wir auf die Konsolidierung der Autoindustrie gewartet, jetzt kommt sie unerwartet schnell“, sagt August Joas, Partner und Autoexperte bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman.

Der zurzeit noch größte Autohersteller der Welt, der US-Konzern General Motors (GM), hängt wie sein Konkurrent Chrysler am staatlichen Tropf und steht vor radikalen Einschnitten bis hin zur gerichtlich überwachten Restrukturierung. Die GM-Tochter Opel, die ebenfalls um Staatshilfe bittet, hofft auf die Rettung entweder durch Fiat oder den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna. Daimler macht Milliardenverluste und kürzt 60.000 Mitarbeitern den Lohn. Gleichzeitig loten die Stuttgarter gemeinsam mit dem Münchner Konkurrenten BMW die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit aus.

Egal, welche Konstellationen am Ende herauskommen, Wulffs Lieblingsunternehmen VW hat nach Einschätzung von Experten gute Chancen, die Marktposition auszudehnen.

Unterlaufen Konzernchef Martin Winterkorn keine gravierenden Fehler, könnte der von Politikern und Gewerkschaftern durchwobene Gigant aus Niedersachsen die Schwächen der Wettbewerber nutzen, um dauerhaft den zweiten Platz hinter Toyota aus Japan zu erobern.

Die Prognose liegt nah, weil derzeit fast alle wichtigen Überlebensfaktoren in der gegenwärtigen Krise für VW sprechen. Dazu zählen nach Ansicht von Oliver-Wyman-Experte Joas in erster Linie

hohe Produktionsvolumina, um die Kosten in Einkauf, Entwicklung und Produktion auf möglichst hohe Stückzahlen verteilen zu können,starke Marken, um den Konsumenten möglichst viel Geld entlocken zu können,Erfolge sowohl in den etablierten Märkten als auch in Ländern mit hohen Wachstumsraten wie China, Indien und Russland,technologisches Know-how für neue, umweltfreundliche Antriebe,solide Finanzierung sowie eine stabile und sichere Investorenstruktur.

Gemessen daran habe Volkswagen „beste Voraussetzungen, um der große Gewinner des aktuellen Branchenumbruchs zu werden“, glaubt Joas.

Am deutlichsten zeigt sich die vorteilhafte Ausgangslage von VW im Vergleich zu der diskutierten Konstellation von Fiat, Chrysler und Opel, die Fiat-Chef Sergio Marchionne ins Spiel brachte. Das interkontinentale Konstrukt weist auf den ersten Blick durchaus Vorzüge auf, die VW ernst nehmen müsste.

Die Gruppe käme auf ein Produktionsvolumen von mehr als fünf Millionen Autos pro Jahr, was, wie Marchionne im vergangenen Jahr selbst verkündete, die essenzielle Größe ist, um als Volumenhersteller dauerhaft überleben zu können. „In Einkauf und Produktion hätte ein solcher Verbund sicher langfristiges Potenzial“, sagt Oliver-Wyman-Experte Joas.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.12.2009, 03:18 UhrAnonymer Benutzer: jb

    Mr.Pierch verdient doch an diesen Machenschaften und die iGM zieht mit !
    #
    Weil die iGM durch die MAFiA-METODEN von VW erpresst wird !!

    ich habe keinen Repekt mehr für den DEUSCHEN STADT!!!!

  • 05.05.2009, 02:04 UhrAnonymer Benutzer: Helago

    Es ist immer die gleich Dummheit, die die Leute nachplappern: Porsche wird NiCHT an VW verkauft . Die Familie Porsche hält 51 % Stammaktien, die Piechs den Rest. Wolfgang Porsche denkt NiCHT daran zu verkaufen. Piech will seine Speichellecker in Stellung bringen. Wo hoch ist der Gewinn bei Piech's Spielzeug bugatti? Niente, NiX. Und so manch andere baustellen gibt es noch. Piech ist ein bisserl Großenwahnsinnig ihm schwebt vor ein geniales Autoreich zu zimmern, das vom LKW bis zum Sportwagen alles anbietet. Doch damit stößt er nicht überall auf Gegenliebe. Vielleicht bei Wulff, der versteht ja nix vom Autobau...

  • 05.05.2009, 01:06 UhrAnonymer Benutzer: VW-Mann

    ich bin froh,das Porsche sich übernommen hat.Wiedekind ist größen-wahnsinnig geworden,jetzt kommt das böse Erwachen.Zu gierig zu sein,bricht einem manchmal das Genick.Seit wann wedelt der Schwanz mit dem Hund?

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