Nokia: Handyhersteller müssen Produktion drosseln

Nokia: Handyhersteller müssen Produktion drosseln

von Thomas Kuhn und Thomas Stölzel

Erst jetzt spüren auch die großen IT-Hersteller außerhalb Japans die Folgen des Erdbebens und der Atomkatastrophe.

Erst jetzt spüren auch die großen IT-Hersteller außerhalb Japans die Folgen des Erdbebens und der Atomkatastrophe. In den nächsten Wochen warten Händler und Kunden auf viele Handys und Fotoapparate vergeblich, denn zahlreiche Komponentenbauer haben ihre Vorräte weitgehend aufgebraucht und erhalten aus Japan keinen Nachschub mehr. Das kündigen Händler und Hersteller an.

Besonders bei Foto- und Multimediatechnik „kommt es schon zu Lieferengpässen und Wartezeiten – speziell bei einigen neuen Produkten“, sagt ein Sprecher der Handelskooperation Electronic Partner. Konkurrent Media-Saturn berichtet, er sei von seinen Herstellern gewarnt worden, dass es die nächsten Wochen eng werden könne. Und Euronics-Chef Benedict Kober klagt: „Erste Engpässe sehen wir im Fotobereich. Hier sind nicht alle Modelle verfügbar. Viele Kameras, die wir jetzt verkaufen, kommen aus unserem Lager.“

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Die Probleme stecken tief in der Lieferkette: Weil eine in Japan hergestellte Spezialchemikalie schwer lieferbar ist, stockt die Produktion von Halbleitern. Mal fehlen Sensoren, mal Speichermodule, mal Kondensatoren oder Speziallacke. So muss Stephen Elop, Chef des Handybauers Nokia, zurzeit Händler und Aktionäre vertrösten. Einige Geräte sind schwer zu haben. Er erwartet sogar, dass dies den Gewinn im zweiten und dritten Quartal drückt.

Hart trifft es auch Wettbewerber Sony Ericsson. Dort klemmt es bei drei neuen Smartphone-Modellen. „Wir haben Netzbetreibern und Lieferanten mitgeteilt, dass es bei den Modellen des Xperia Arc, Xperia Play sowie Xperia Neo zu Beeinträchtigungen der Liefermengen kommt“, heißt es aus der Deutschland-Zentrale. Die Einführung des Neo werde verschoben. Auch der Fotoriese Nikon musste deutsche Händler informieren, dass er zwei neue Kameras hier zurzeit nicht anbieten kann. Und auch Unternehmen wie der Computerbauer Acer und der Netzwerkausrüster D-Link haben Probleme.

„Im Grunde kommen die hochwertigsten Komponenten alle aus Japan, und da ist der Nachschub weiter unzuverlässig“, resümiert ein Manager eines Computerherstellers. „Ständig ändern sich die Lieferprognosen.“ Die Lage bleibt unsicher: Der deutsche Kamerabauer Leica hält einer Sprecherin zufolge „noch bis in den Herbst hinein Engpässe für möglich, die heute noch nicht absehbar sind, da sie aus der Lieferkette von Lieferanten resultieren“.

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