Nokia und Microsoft: Disconnecting People

KommentarNokia und Microsoft: Disconnecting People

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Nokia und Microsoft kooperieren.

von Jürgen Berke

Nokia setzt auf Microsoft und versucht einen neuen Kampfgeist zu wecken. Doch der interne Umbau und radikale Kostensenkungen könnten den erhofften Aufbruch schnell zu nichte machen.

Stephen Elop liebt anschauliche Vergleiche.  Im Vorfeld der Strategiekonferenz, die heute in London stattfindet, hatte er Nokia bereits mit einer „brennenden Plattform“, verglichen die dem Untergang nahe ist. Jetzt fügt der neue Nokia-Chef seiner schonungslosen Bestandaufnahme ein weiteres Schreckenbild hinzu. Der finnische Konzern sei Teil eines globalen „Pferderennens“. Den Rest des Satzes konnten sich die Analysten denken. Wie ein lahmer Gaul läuft Nokia hinter den beiden Rennpferden der vergangenen Jahre, Apple und Google, hinterher und hat Mühe Anschluss zu halten.

Eine Aufholjagd kann man nur starten, wenn man die Pferde wechselt, insofern hat Elop die richtige Entscheidung getroffen. So richtig Freude wollte unter den Analysten im Londoner Hotel Intercontinental aber nicht aufkommen. Denn viele Details der in den vergangenen Wochen mit heißer Nadel gestrickten Allianz mit Microsoft, sind weder bekannt noch ausgehandelt. Das Bild von den zwei Fußkranken, die sich in der Not zusammen tun, machte schnell die Runde.

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Kein Kampfgeist auf Knopfdruck

Denn die größten Risiken liegen bei Nokia selber. In den nächsten Wochen und Monaten wird Nokia zur Großbaustelle und vor allem damit beschäftigt sein, den Strategiewechsel intern zu verarbeiten.  Im Klartext heißt das: Die Finnen werden auch in den nächsten zwölf Monaten hinter der Konkurrenz herlaufen. Nennenswerte Stückzahlen mit dem Windowsbetriebssystem will Nokia erst 2012 verkaufen, dämpfte Elop die Euphorie. Wie viele es genau sein werden will er erst in den nächsten Monaten verraten.

Auch Elop kann offensichtlich nicht abschätzen wie schnell Nokia seine Schlagkraft zurück gewinnt. Denn intern stehen größere Aufräumarbeiten an. „Zu langsam und zu ineffizient ist Nokia“, schimpft Elop. Besonders schockiert habe ihn, dass dem Konzern der „Kampfgeist“ abhanden gekommen sei. „Ich bin zu Nokia gekommen um zu kämpfen“, kündigt Elop an und hofft damit, dass ihm viele der arrogant auftretenden Finnen folgen.

Nur: Kampfgeist lässt sich nicht von oben auf Knopfdruck verordnen – vor allem dann nicht, wenn der Strategiewechsel tausenden von Nokianern den Arbeitsplatz kostet. Elop bereitet das größte Kostensenkungsprogramm  in der jüngeren Historie vor. Solche Programme schlagen schnell auf die Motivation der Mitarbeiter und Manager durch. Connecting People, das bekannte Leitmotiv von Nokia, gilt heute nicht mehr. Disconnecting People – solange bis Nokia im Smartphonemarkt wieder auf die Erfolgsspur zurückgefunden hat, dass könnte das neue Leitmotiv für die nächsten zwei Jahre sein.

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