Nokia: Verkauf der ungeliebten Tochter

Nokia: Verkauf der ungeliebten Tochter

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Nokia Siemens Networks

von Jürgen Berke

Kann Nokia zusammen mit Microsoft den Siegeszug von Google und Apple stoppen? In Barcelona sind viele Augen auf Stephen Elop gerichtet.

Der neue Nokia-Chef eilt von Termin zu Termin auf dem Mobile World Congress, um in persönlichen Gesprächen den strategischen Schulterschluss mit Microsoft zu erklären. Kann Nokia zusammen mit Microsoft den Siegeszug von Google und Apple stoppen? Das wollen die Messebesucher wissen. Viele übersehen dabei, dass sich hinter den Kulissen eine weitere Entscheidung anbahnt, die für Nokia von ähnlicher Tragweite ist. Nokia und Siemens wollen sich offenbar aus dem Netzwerkgeschäft zurückziehen und Teile ihrer gemeinsamen Tochter Nokia Siemens Networks (NSN) an einen Finanzinvestor verkaufen.

Nokia und Siemens senden damit das Signal an die Finanzmärkte aus, das NSN keinen strategischen Wert für sie besitzt. Elop deutete diesen Teil der Neuausrichtung bereits vergangenen Freitag auf der Analystenkonferenz in London an. Ihm sei noch nicht klar, welchen Vorteil ein Endgerätehersteller wie Nokia von einer eigenen Netzwerksparte habe, sagte der Nokia-Chef. Seine Vorgänger hatten bei solchen Gelegenheiten immer ein klares Bekenntnis zu NSN abgegeben.

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Erstmals schwarze Zahlen

Schneller als viele Analysten erwarten, könnte die finnisch-deutsche Gesellschaft in außereuropäischen Besitz übergehen. Denn Finanzinvestoren sehen Beteiligungen immer als vorübergehendes Engagement an. Bereits in zwei oder drei Jahren könnten sich Nokia und Siemens komplett aus NSN zurückziehen. Als mögliche strategische Investoren stünden dann vor allem die beiden chinesischen Senkrechtstarter im Netzwerkgeschäft, Huawei und ZTE, bereit.

Die Zeit könnte reichen, um die Braut NSN richtig hübsch zu machen. Der Auftragsboom beim Bau schneller Mobilfunknetze und noch schnellerer Glasfaseranschlüsse hat NSN im vergangenen Geschäftsjahr erstmals in die schwarze Zahlen gebracht. Durch zusätzliche Sparprogramme könnte die Gewinnmarge weiter steigen. Dann könnten Nokia und Siemens aus dem Verkauf ihrer ungeliebten Tochter noch einen späten Gewinn ziehen.

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