Nokia-Vorstand Halbherr: "Tiefpunkt erreicht"

Nokia-Vorstand Halbherr: "Tiefpunkt erreicht"

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Michael Halbherr ist seit Juli 2011 im Nokia-Vorstand

von Jürgen Berke

Der neue Nokia-Vorstand Michael Halbherr über die Krise des Mobilfunkrisen und den Versuch, coole Software für das neue Windows Phone zu bauen.

Herr Halbherr, vor drei Monaten rückten Sie als erster Wahl-Deutscher in den Vorstand von Nokia. Ihr Chef Stephen Elop hat Nokia vor knapp einem Jahr als Ölplattform beschrieben, auf der es lichterloh brennt. In dieser Notsituation sind Sie als Feuerwehrmann in den Vorstand befördert worden. Konnten Sie schon ein paar Brandherde löschen?

Halbherr: Für mich war die Berufung sehr befreiend. Ich bin ja nicht nur in den Vorstand befördert worden, ich habe auch die Gesamtverantwortung für das Geschäft mit Landkarten sowie der Navigation und den neuen Geschäftsbereich Services übernommen. Mein Team hat jetzt die Möglichkeit, extrem viel extrem schnell zu verändern. Wenn der Druck so hoch ist wie in unserer Lage und wenn man einen schnellen Vorstandschef wie Stephen Elop hat, dann kann man viel bewegen. Wir packen die Probleme mit hohem Tempo an. Das war in den vergangenen Jahren unser größtes Problem.

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Was hat sich für Sie persönlich durch den Aufstieg in den Vorstand geändert?

Halbherr: Die entscheidende Neuerung ist, dass ich an der Spitze einer eigenständigen Geschäftseinheit stehe. Zu Beginn des Jahres gab es nur die Geschäftseinheiten für Smartphones und für klassische Mobiltelefone. Früher war der Bereich Services, zu denen auch wir im Navigationsbereich gehörten, im Prinzip eine Kostenstelle und ausschließlich auf die Bedürfnisse der eigenen Endgeräte ausgerichtet. Die Tatsache, dass wir die Bereiche Navigation, ortsbezogene Dienste und Commerce als für uns strategische Wachstumfelder auch ‧außerhalb der eigenen Geräte sehen, hat dazu geführt, den Bereich Location & Commerce als dritte und eigenverantwortliche Geschäftseinheit aufzustellen.

Warum ist denn dieser Bereich so wichtig für Nokia?

Halbherr: Im Durchschnitt verbringt ein Mensch sechs bis acht Jahre unterwegs. Diese Zeit wollen wir ihm so angenehm wie möglich gestalten. Egal, ob er zuverlässig von A nach B navigieren will – und, um gar nicht erst in einen Stau zu geraten, dann lieber die U-Bahn nimmt. Oder ob er in einer fremden Stadt ein Café oder am Wohnort den neuen In-Italiener sucht – das alles werden wir auf einer Vielzahl mobiler Endgeräte ermöglichen. Auf Nokia-Geräten wird dies besonders gut integriert sein.

Von Ihnen hängt also insbesondere ab, ob Nokia auch mit Software Verkaufserfolge feiert?

Halbherr: Nokia will im Bereich Location eine noch stärkere Marke werden – und das auch jenseits von Nokia-Geräten. Eine ähnliche Strategie verfolgt auch Amazon mit dem Kindle. Die entsprechende Software gibt es auch auf dem iPhone und auf anderen Geräten. Eine ähnlich starke Verbreitung streben wir auch an. Alle internen Angebote müssen deshalb auch extern wettbewerbsfähig sein. Nur dann können wir zum Beispiel Google Maps angreifen.

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