Norman Faber: Lotto-Vermittler flüchtet nach Schleswig-Holstein

Norman Faber: Lotto-Vermittler flüchtet nach Schleswig-Holstein

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 16:24 Uhr
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Norman Faber, der Inhaber der privaten Lottovermittlung Faber, verlegt seine Zentrale nach Schleswig-Holstein.

von Diana FröhlichQuelle:Handelsblatt Online

Norman Faber versucht sein Glücksspiel-Unternehmen zu retten. Der Lotto-Vermittler zieht von Bochum nach Schleswig-Holstein, wo Lotto-Werbung weiterhin erlaubt ist. Die Trotzreaktion zeigt bereits erste Wirkung.

BochumNorman Faber will endlich etwas tun. Denn der Mann, dessen Gesicht Millionen von Deutschen aus Postwurfsendungen vertraut ist, fürchtet um sein Lebenswerk. Rund 80 Prozent seines Umsatzes hat der Lotto-Unternehmer seit Bestehen des Glücksspielstaatsvertrags 2008 eingebüßt - von den damals rund 300 Millionen Euro pro Jahr kann er heute nur noch träumen. "Seitdem ich nicht mehr werben darf, hat Faber nur mit viel Fantasie überlebt", sagt der Unternehmer aus Bochum.

Und nun, mit 66 Jahren, bleibe ihm nichts anderes mehr übrig, als noch einmal von vorne zu beginnen. Er ist enttäuscht von der Politik, die mit aller Macht versucht, das staatliche Monopol zu retten - und damit gleichzeitig privaten Anbietern das Leben schwer macht. Jetzt setzt Norman Faber ein Zeichen und zieht vom Ruhrgebiet nach Schleswig-Holstein, um dort von den im Gegensatz zum restlichen Bundesgebiet liberaleren Glücksspielgesetzen zu profitieren. Denn das nördlichste Bundesland schlägt einen Sonderweg ein und erlaubt Werbung wieder - die als Folge des ersten Glücksspielstaatsvertrags von 2008 bundesweit stark eingeschränkt wurde, hauptsächlich um die Verbraucher vor Spielsucht und Kriminalität zu schützen.

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In Schleswig-Holstein habe er nun das Gefühl, sagt der frühere Lehrer Faber, auch in Zukunft erfolgreich arbeiten zu können. Als Sitz seiner neuen Firma kann er sich Glücksstadt gut vorstellen. Ein Immobilienmakler ist bereits mit der Suche nach Büroräumen beauftragt, noch dieses Jahr sollen die ersten Mitarbeiter im hohen Norden aktiv werden. Zunächst nur eine Hand voll - wie viele es werden können, kann der hagere Mann mit der randlosen Brille nicht abschätzen. Er sei kein Hellseher, aber Realist: "Wenn ich meinen 300 Mitarbeitern langfristig nicht kündigen will, muss ich etwas tun." Eine Trotzreaktion, die Faber die erwünschte Aufmerksamkeit bringt.

Dabei weiß der Diplom-Ökonom und Präsident des Deutschen Lottoverbands, dass das Streitthema "Glücksspiel" hochkomplex ist und die Interessen des Staates und die der gewerblichen Anbieter kaum miteinander vereinbar sind. Lotto ist ein Milliardenmarkt - und Faber hängt als privater Vermittler direkt an den staatlichen Lotterien. Das Geschäftsmodell des 1979 gegründeten Unternehmens: Es errechnet seinen Kunden Reihen, die nach eigenen Angaben nur selten getippt werden. Werden diese Zahlen gezogen, gibt es eine höhere Auszahlung. Fabers Konkurrenten wie etwa Tipp24.de oder Fluxx sind mittlerweile ins Ausland abgewandert oder haben ihr Geschäft ganz eingestellt.

Bessere Bedingungen - wie etwa die Möglichkeit, wieder bundesweit zu werben oder Lotto über das Internet zu vertreiben - versprechen sich die privaten Anbieter derweil vom neuen Glücksspielstaatsvertrag, der 2012 in Kraft treten soll und über den die Ministerpräsidenten der Länder am 16. Dezember abstimmen. Dann wäre vielleicht sogar der Umzug nach Glücksstadt unnötig. Franz-Josef Lersch-Mense, Chef der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen, hofft jedenfalls, dass Norman Faber Bochum erhalten bleibt: "Er ist wichtig für die Region."

Quelle:  Handelsblatt Online
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