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Nürburgring: Hotelgruppe Dorint schaltet im Nürburgring-Streit EU ein

von Florian Zerfaß

Die Dorint-Kette fühlt sich im Streit um die Nürburgring-Rennstrecke übergangen und hat jetzt die EU-Kommission eingeschaltet.

Seit 20 Jahren betreibt seine Dorint-Kette ein Hotel am Nürburgring. Als die rheinland-pfälzische Landesregierung einen Betreiber für die Rennstrecke suchte, meldete die Dorint-Gruppe sofort ihr Interesse an – vergebens. Der geschäftsführende Gesellschafter der Ebertz & Partner Holding – sie hält alle Anteile an der Hotelgesellschaft Neue Dorint – ging leer aus. Den Zuschlag erhielt im März 2010 Konkurrent Lindner gemeinsam mit einem Investor. Mit Dorint hatten das Land und die landeseigene Gesellschaft Nürburgring erst gar nicht verhandelt. Jetzt hat Iserlohe die EU-Kommission eingeschaltet – wegen Verstoßes gegen das Vergaberecht.

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„Es hat kein transparentes und diskriminierungsfreies Auswahlverfahren stattgefunden“, sagt Iserlohes Anwalt Clemens Antweiler, Vergaberechts-Spezialist der Düsseldorfer Kanzlei RWP, „dadurch wurde Dorint in den europarechtlichen Grundfreiheiten verletzt. Wir haben deshalb eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.“ Sie soll ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten.

Schon im August 2010 hat Dorint Klage beim Verwaltungsgericht Mainz eingereicht. Land und landeseigene Nürburgring-Gesellschaften zettelten daraufhin einen Streit um die Zuständigkeit des Gerichts an. Nach ihrer Ansicht darf das Mainzer Verwaltungsgericht die Sache gar nicht verhandeln. Dorint beantragte eine Verweisung an das Landgericht Mainz. Ob Land und Nürburgring-Gesellschaft damit einverstanden sind, ist unklar. Offenbar will die Landesregierung verhindern, dass der Prozess vor der Landtagswahl am 27. März beginnt.

Die Landesregierung und die Nürburgring-Gesellschaft könnte der vermeintlich erlösende Deal mit der Lindner-Hotelgruppe und dem Investor Mediinvest teuer zu stehen kommen, wenn die Verträge wieder aufgelöst werden müssten. Beide haben die seit Jahren defizitäre Rennstrecke gemeinsam gepachtet, um sie endlich wieder in die Gewinnzone zu bringen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.01.2011, 15:59 UhrAnonymer Benutzer: Pulverkurt

    Was ist denn schon beim Nürburgringausbau sauber gelaufen ?

    Und der für das Faß ohne boden Verantwortliche lenkt ab davon und freut sich über die CDU-Parteispendenaffäre.

  • 22.01.2011, 20:55 UhrAnonymer Benutzer: rowomoto

    Richtig...der Nürburgring 2009 ist ein Paradebeispiel, wie man aus einem funktionierenden System einen Patienten auf Kosten der Steuerzahler macht.

    Das sich der ein oder andere daran gesund gestossen hat sollte allerdings immer mit erwähnt werden. Nicht das das in Vergessenheit gerät!

    Hoffentlich nimmt das ein gutes Ende und ich drücke die Daumen, dass Dorint standhaft bleibt und damit hilft die Verhältnisse am Ring wieder gerade zu rücken.

  • 22.01.2011, 15:38 UhrAnonymer Benutzer: SaveTheRing

    Dass die Rennstrecke defizitär ist, ist so nicht richtig! Die Rennstrecke an sich wäre profitabel, wäre sie nicht mit dem restlichen Schrott, den die betreibergesellschaft mit der Lindnergruppe dort aufgezoge hat gekoppelt worden!

    Also, recherchieren sie nochmal richtig!

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