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Nürburgring : Ministerin will nicht mehr zahlen

von Harald Schumacher und Florian Zerfaß

Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen. Doch die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin lehnt zusätzliche Zahlungen ab.

Nürburgring Eveline Lemke Keine Millionen mehr

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Wenige Tage vor dem deutschen Motorsport-Highlight des Jahres – dem Formel-1-Lauf auf dem Nürburgring – rutscht die weltbekannte Rennstrecke noch tiefer in die Krise. Im Juli 2009 wurden die vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) initiierten Großbauten am Nürburgring eingeweiht. 330 Millionen Euro hatte er aus der Landeskasse zusammengekratzt, um die Eifel-Attraktion zum ganzjährig florierenden Freizeitpark zu machen. Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen. Dabei dreht sich laut Richter „alles um das Thema Mobilität. Zudem brauchen wir neue Veranstaltungsmöglichkeiten“. Nur sieben Millionen Euro sind bisher für bauliche Nachbesserungen eingeplant. Deshalb haben Richter und Lindner in dieser Woche bei Lemke angefragt, ob das Ministerium die fehlenden 20 Millionen Euro bereitstellen könne.

Doch die Ministerin und Landeschefin der Grünen lehnt ab: „Mein Ministerium ist nicht zuständig, außerdem ist kein weiterer finanzieller Zuschuss zum Nürburgring vorgesehen.“

Für Becks einstiges Vorzeigeprojekt wird es eng. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen Manager Richter, der zur Schlüsselfigur am Ring wurde. Der smarte Geschäftsmann soll zulasten des Landes Geld in eigene Kanäle gelenkt haben. Das sei ihm mit einem Firmengeflecht rund um Nürburgring und Automotive gelungen. Richter bestreitet die Vorwürfe.

Erst im Januar gründeten Richter und Lindner ein neues Unternehmen, das als Dienstleister ihrer Automotive GmbH bei der Organisation des Formel-1-Rennens fungiert. Obwohl sich die Geschäfte der Grand Prix Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG auf die Landesfinanzen auswirken, verweigern Landesregierung und Richter der Öffentlichkeit bisher Auskünfte über deren Verträge mit der Automotive und mit der öffentlichen Nürburgring GmbH.

Erstaunlicher Antrag Grünen-Chefin Lemke

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.07.2011, 22:05 UhrAnonymer Benutzer: Kern

    beck hat den ganzen Quark initiiert, jetzt verkrümelt er sich, läßt andere die Drecksarbeit machen. Der windige, wenn nicht gar kriminelle Kai Richter hat sich ungeniert die Taschen füllen können, beck schaut zu. Da habt iht euch einen tollen Landesvater zugelegt, eine Oberniete und Sprücheklopfer, eben ein Politiker von der schlimmsten Sorte, der ungestraft weiterhin die Steuergelder verplempern kann und mit halbseidenen Managern seinen Schmuddelladen am Trpf hält, toll !

  • 16.07.2011, 19:13 UhrAnonymer Benutzer: Wegweiser

    Die schleppenden investitions- und Konversionsprojekte sind durch die Euroeinführung in sehr negativer Weise beeinflußt worden (Leistungsbilanzsaldierungen im Europool, keine Aufwertungsgewinne für die binnenwirtschaft in Deutschland). Durch die schlechte Realentgeltentwicklung während der Eurozeit und die damit verbundene wegbrechende binnennachfrage haben sich eine Vielzahl von Vorhaben im Nachhinein als wesentlich teuerer erwiesen als angenommen.

    Mit der beibehaltung der DM hätten diese Projekte sicherlich zu einem besseren Erfolg geführt werden können.

    Die volkswirtschaftlichen "Gesamtschäden" für die deutsche Volkswirtschaft sollen sich auf immerhin 2500 Milliarden Euro belaufen, zusammen mit der geleisteten Finanzierung der Deutschen Einheit ergibt sich daraus eine Summe in Höhe von 4500 Milliarden Euro. Da wird jede investion in die deutsche binnenwirtschaft zu einem Risiko.


    Zur Hintergrundinformation:

    Wilhelm Hankel, Die Euro Lüge, 3. Auflage, Signum Verlag
    Uwe Müller, Supergau Deutsche Einheit, 2. Auflage, Rowohlt Verlag

  • 16.07.2011, 17:42 UhrAnonymer Benutzer: Noch nie schwarze Zahlen

    Hoffentlich verdonnert die EU-Kommission den Weltflughafen Hahn zur sofortigen Zurückzahlung aller Staatssubventionen.
    Der Pleitegeier kreist dort sowieso schon seit Jahren.

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