Nürnbergs Messechef Diederichs : "Das beste Jahr unserer Geschichte"

Nürnbergs Messechef Diederichs : "Das beste Jahr unserer Geschichte"

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Bernd Diederichs leitet seit 1997 die Nürnberg Messe

von Lothar Schnitzler

Nürnbergs Messechef Bernd Diederichs über seine Expansionspläne, Messefusionen in Deutschland und die Folgen der Krise für das Ausstellungsgeschäft.

WirtschaftsWoche: Herr Diederichs, Sie wollen in zehn Jahren den Umsatz verdoppeln und das Auslandsgeschäft verdreifachen. Die Messe Nürnberg will Köln und Berlin überholen. Ist Ihnen der Erfolg der vergangenen Jahre zu Kopf gestiegen?

Diederichs: Wieso? Das Programm „Nürnberg 2020“ ist zwar ehrgeizig, aber sauber durchgerechnet. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren unseren Umsatz mehr als verdreifacht, warum sollte es nicht möglich sein, ihn bis 2020 zu verdoppeln? Ähnlich verhält es sich beim Auslandsgeschäft: Vor zehn Jahren setzten wir außerhalb Deutschlands weniger als eine Million Euro um, heute sind es 15 Millionen Euro. Allein durch den Erwerb des Messeveranstalters Nielsen Business Media Brasil aus São Paulo haben wir 2009 den Auslandsumsatz etwa verdoppelt.

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Befürchten Sie nicht, dass die Krise einen Strich durch Ihre Rechnungen macht?

Die Krise hat uns im vergangenen Jahr Wachstum, aber keine Substanz gekostet. Es kann sein, dass wir wegen der aktuellen Krise oder anderen künftigen Störfällen das Ziel ein oder zwei Jahre später erreichen. Aber es ist wichtig, sich Ziele vorzugeben.

Auf welche Treiber setzen Sie in den kommenden zehn Jahren?

Zum einen auf das natürliche Wachstum der Messen, die schon in unserem Portfolio sind. Aber wir werden auch weiterhin neue Messen und Gesellschaften zukaufen. Dafür wollen wir in den kommenden zehn Jahren 150 Millionen Euro ausgeben. Ebenso viel werden wir in unser Gelände investieren, weil das Wachstum schlicht Platz braucht. Wir bauen auch das Kongressgeschäft überproportional aus, weil viel Potenzial in der Kombination von Messe und Kongress liegt. Daneben werden wir beim Service wie Standbau oder Reiseorganisation zulegen. Die Kunden erwarten zunehmend, dass alle Dienstleistungen rund um die Messe aus einer Hand kommen.

Sie kündigen mitten in der Krise eine Einkaufstour an. Wer ist als Nächstes dran?

In den kommenden Jahren werden Brasilien, Russland, Indien, China, Nordamerika, aber auch Deutschland im Vordergrund unserer Expansion stehen. Wir achten aber darauf, dass die Unternehmen zu unseren Themen passen. Bei Messeanbietern, die sehr profitabel sind, würden wir auch Ausnahmen machen.

Im vergangenen Jahr mussten Sie einen Umsatzrückgang hinnehmen.

Im Messegeschäft gibt es immer wieder Schwankungen wegen der Veranstaltungen, die nur alle zwei oder drei Jahre stattfinden. Unser Veranstaltungsturnus bringt es mit sich, dass die ungeraden Jahre schwächer sind. Dass wir den Umsatz von 2008, nämlich 153 Millionen Euro, 2009 nicht übertreffen würden, war insofern keine Überraschung. Aber insgesamt hat die Flaute nicht nachhaltig auf unser Geschäft durchgeschlagen. Wir hatten wegen der Krise für 2009 den Umsatz ursprünglich deutlich unter den erreichten 132 Millionen geplant, konnten dann die Prognose aber anheben.

Haben Sie keine Angst, dass es Sie in diesem Jahr erwischt?

Wir erwarten das beste Jahr unserer Geschichte. Wie erwähnt, sind die geraden Jahre turnusbedingt für uns umsatzstark. Wir gehen von einem Umsatzsprung von mehr als 20 Prozent auf 170 Millionen Euro aus. Das Anmeldeverhalten der Aussteller bestätigt diese Erwartung.

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