
Der Discounter Lidl steigt bei der Bio-Marktkette Basic komplett aus. Erst vor wenigen Monaten hatte sich der Discounter den Zugriff auf 23 Prozent der Basic-Anteile gesichert und den Unternehmensgründern ein Übernahmenangebot unterbreitet. Doch nach dem Scheitern der Übernahme zieht sich der Konzern nun komplett zurück. „Nach intensiven Verhandlungen kamen wir gestern Abend mit der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) überein, dass sich die Schwarz-Gruppe aus dem Aktionärskreis der Basic AG zurückzieht“, schreibt Basic heute in einer Pressemitteilung. In der Folge wird die Zahl der Neueröffnungen von Basic-Filialen drastisch sinken. Statt 25 bis 50 neue Filialen werden nun fünf bis zehn neue Läden pro Jahr angestrebt. Schon Anfang der Woche hatten sich gravierende Veränderungen angedeutet. Der Aufsichtsrat hatte sich „einstimmig und mit sofortiger Wirkung“ von Finanzvorstand Johann Priemeier getrennt. Priemeier galt als letzter Verbündeter von Lidl und hatte den Übernahme-Deal eingefädelt. Der Vorstoß, der vom Vorstand zunächst unterstützt wurde, löste bei vielen Kunden und in der Bio-Branche blankes Entsetzen aus. „Die psychologische Wirkung des Einstiegs in das Kapital unserer Gesellschaft wurde unterschätzt“, schreibt Basic. „Nun wurden die Konsequenzen gezogen.“ Gewerkschaft: Basic zahlt unter Tarif Tatsächlich waren nach dem Lidl-Einstieg die Umsätze in etlichen Geschäfte eingebrochen. Zudem entschied der Bio-Großhändler Denree, Basic ab April 2008 nicht mehr zu beliefern. Ein schwerer Schlag, schließlich erzielte Basic zuletzt rund 60 Prozent des Umsatzes mit Waren von Denree. Auch als der Vorstand den Lidl-Deal per Veto wieder stoppte, lenkte Denree nicht ein. Nun muss Spanrunft eine eigene Warenversorgung aufbauen und das Image retten. Vor allem Letzteres bereitet offenkundig Schwierigkeiten. So macht die Gewerkschaft Verdi derzeit gegen Basic mobil. Die Kette, die auf ihrer Homepage gern über „soziale Verantwortung“ parliert, bezahle ihre Mitarbeiter nach Angaben der Gewerkschaft unter Tarif. Ähnliche Vorwürfe waren in der Lebensmittel-Branche bislang vor allem mit einem Namen verbunden: Lidl.













