Öl-Multi-BP: Wie der neue BP-Chef den Konzern aus dem Dreck ziehen will

Öl-Multi-BP: Wie der neue BP-Chef den Konzern aus dem Dreck ziehen will

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Bob Dudley

von Yvonne Esterházy

Der neue BP-Chef Bob Dudley steht vor einer Herkulesaufgabe: Er versucht, den angeschlagenen Ölmulti vor der Zerschlagung zu bewahren.

Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt als Vorstandsvorsitzender blieb dem scheidenden BP-Chef Tony Hayward ein Spießrutenlauf erspart: Statt Demonstranten hatte sich nur eine Handvoll Fotografen vor dem britischen Unterhaus eingefunden. Und selbst die zogen ab, als sich herausstellte, dass der scheidende BP-Chef schon längst durch einen Hintereingang in das Gebäude geschleust worden war.

Das große Interesse weltweit gilt längst dem Amerikaner Bob Dudley, der am 1. Oktober Haywards Nachfolge antritt. „Alle warten darauf, was Bob jetzt machen wird“, heißt es in den Gängen der Konzernzentrale am feinen Londoner St.Jame’s Square. Unmittelbar nach seiner Amtsübernahme werde der 54-Jährige sich mit einer „wichtigen Ankündigung“ an die Belegschaft wenden, heißt es.

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Obwohl dies in den Chefetagen als das große Geheimnis gehandelt wird, dringt langsam an die Öffentlichkeit, was der Neue wohl vorhat, um das Überleben des schwer angeschlagenen Ölmultis zu sichern, der für die Milliardenschäden durch die Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko vor fünf Monaten aufkommen muss.

Vor Übernahme bewahren, Kurse in die Höhe treiben

Fest steht: Die Herausforderungen, die Dudley bewältigen muss, sind gewaltig. Seine wichtigste Aufgabe wird darin bestehen, den Konzern vor einer Übernahme zu bewahren und den Börsenkurs des Unternehmens, der derzeit bei etwas über 400 Pence vor sich hin dümpelt, wieder in die Höhe zu treiben.

Wichtigster Schritt auf dem Weg dorthin dürfte die Neuorganisation des sogenannten Upstream-Bereichs sein, der die unmittelbare Öl- und Gasförderung umfasst. Diese Sparte, heißt es aus Konzernkreisen, könnte Dudley in kleinere Geschäftseinheiten aufteilen und stärker nach funktionalen Gesichtspunkten ausrichten. Dadurch würde die Kontrolle durch das Management verbessert und die Durchsetzung von Sicherheitsstandards eher gewährleistet.

Auch im Top-Management des Konzerns dürfte Dudley einiges verändern. Der für die Ölförderung zuständige Produktionsvorstand Andy Inglis, in dessen Verantwortungsbereich das Unglück im Golf von Mexiko fiel, wird wohl den Hut nehmen. Wenig Zukunft bei BP hat auch Raffinerie- vorstand Iain Conn. Der Schotte hatte sich schon vor drei Jahren vor dem Antritt Haywards Hoffnungen auf den Job gemacht und wurde nun zum zweiten Mal übergangen. Er dürfte daher nur noch abwarten, bis ihm eine Spitzenposition in einem anderen Konzern angeboten wird. Fest im Sattel sitzt dagegen Finanzvorstand Byron Grote, sein 2011 auslaufender Vertrag dürfte verlängert werden.

Nicht allzu viel zu befürchten haben die 90 000 Mitarbeiter. Nach allem, was sich zurzeit abzeichnet, feilt Dudley nicht an einem neuen Sparprogramm mit massiven Stellenkürzungen. Hayward hatte in den vergangenen drei Jahren zwar 14 000 neue Spezialisten eingestellt, zugleich aber weltweit 21 000 Mitarbeiter entlassen.

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