Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Die acht wichtigsten Antworten zu BPs Öl-Desaster

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Die acht wichtigsten Antworten zu BPs Öl-Desaster

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Die Bohrinsel Deepwater Horizon. Welche Folgen die Ölkatastrophe hat, beantwortet wiwo.de

Chef-Debatten, Not-Verkäufe, neue PR-Pannen: Die Meldungs-Flut zu BPs Öl-Katastrophe verstellt den Blick aufs Wesentliche: die acht entscheidenden Antworten rund um die Öl-Pest im Golf von Mexiko.

1. Vor einigen Wochen hat BP erfolgreich eine neue Kappe auf der Ölquelle am Meeresboden angebracht. Nun war ein Manöver zum Schließen des Öl-Lecks offensichtlich erfolgreich. Ist das Loch damit gestopft?

Nein. Es wird noch einige Tage dauern, bis das Loch endgültig versiegelt ist. Laut Angaben von BP war die "Static Kill" genannte Operation erfolgreich. BP hat in die Steigleitung von oben Schlamm gepresst. Diser neutralisiert das nach oben strömende Öl, sodass nichts entwicken kann. In einem zweiten Schritt wird nun Zement in die Steigleitung gepresst. Doch erst in den kommenden Wochen soll das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe endgültig verschlossen werden. Bei dieser "Bottom Kill" getauften Aufgabe will BP Schlamm und Zement durch die Leitung einer Entlastungsbohrung pumpen, die bis zum Ursprung der Quelle reicht und seit Wochen direkt neben dem Leck gebohrt wird.

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Mit diesen Bohrungen hat BP schon vor Wochen begonnen.  Am 2. Mai bohrte der Ölkonzern das erste Entlastungsloch.  Die Bohrungen für das zweite Loch, das im Falle des Versagens der ersten Bohrung benötigt wird, begannen zwei Wochen später. Mitte August sollte die erste Bohrung dann endlich ihr Ziel erreichen.

Die vor Wochen in 1600 Metern Tiefe angebrachte Kappe hält zwar bisher dem enormen Druck stand. Doch sie war immer nur als Zwischenlösung gedacht.

2. Um Öl zu fördern, benötigt man normalerweise Pumpen. Warum sprudelt das Öl am Meeresgrund von selbst aus der Quelle?

Weil das Öl unter einer dicken Gesteinsschicht sitzt, auf der noch eine 1600 Meter hohe Wassersäule sitzt. Das erzeugt enormen Druck auf die darunter liegenden Ölreserven. Wird dieser Ölsee durch eine Bohrung angezapft, schießt das Öl mit hohem Druck nach oben.

3. Wieviel Öl ist bisher aus der Quelle ausgetreten?

Seit kurzem gibt es neue, genauere Schätzungen: Laut Forschern sind  4,9 Millionen Barrel in den Golf von Mexiko geflossen - das sind etwa 666.400 Tonnen. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert. Mehr als drei Monate sprudelte das Öl ins Wasser.

Angaben von vor zwei Wochen zufolge befinden sich nur noch 1,6 Millionen Barrel im Golf. Rund 2,6 Millionen Barrel sind verdunstet oder wurden biologisch abgebaut, 823.000 Barrel wurden von Schiffen aufgenommen, 262.000 Barrel verbrannt und 100.000 von der Oberfläche abgeschöpft.

4. Kann es BP und der US-Regierung bei solchen Mengen nicht egal sein, wie viel Öl tatsächlich ausgetreten ist?

Nein. Die Mengen-Frage wird für BP von entscheidender Bedeutung sein. Denn die Strafzahlungen, die auf BP noch zukommen, werden sich in Barrel ausgetretenen Öls bemessen. Der amerikanische „Clean Water Act“ legt pro Barrel Öl eine Strafzahlung von 1100 Dollar fest. Bei grober Fahrlässigkeit müssen Umweltverschmutzer sogar 4300 Dollar pro Barrel berappen. Sollte dieses Gesetz als Maßstab herangezogen werden, drohen BP alleine daraus Strafzahlungen zwischen 6 und 22 Milliarden Dollar. Die Kosten für die Aufräumarbeiten, für das Verschließen des Bohrlochs und die Zahlungen an die Fischer kämen dann noch obendrauf.

Die gute Nachricht für BP: Bisher gibt es noch keine anerkannte Methode, um den Ölausfluss in solcher Tiefe und in solcher Menge verlässlich zu berechnen. Das US-Umweltministerium setzt Berichten zufolge deshalb auf insgesamt fünf verschiedene Ansätze zur Messung des ausgetretenen Öls. Und es wird noch Jahre dauern, bis sich die Wissenschaftler einig sind.

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