Ölpest: BP-Vorstand Iain Conn: "Wir haben uns geirrt"

Ölpest: BP-Vorstand Iain Conn: "Wir haben uns geirrt"

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Iain Conn

von Yvonne Esterházy

BP-Vorstand Iain Conn zu den Ursachen des Desasters vor der US-Küste, den Überlebenschancen des Ölmultis, Kostensteigerungen durch mehr Sicherheit und die Marke Aral in Deutschland.

WirtschaftsWoche: Mister Conn, BP steckt in einer dramatischen Lage. Seit der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ist der Aktienkurs abgestürzt, der -Börsenwert hat sich fast halbiert und die Ratingagentur Fitch hat die Bonität von BP um sechs Stufen heruntergestuft. Nun hat BP dem Druck von US-Präsident Barack Obama nachgegeben und sich zur Einrichtung eines mit 20 Milliarden Dollar dotierten Treuhandkontos bereit erklärt. Kann BP das überleben?

Conn: BP wird überleben. Das Unternehmen ist finanziell gesund und hat einen robusten Cash-Flow. Aber wir müssen natürlich trotzdem aufpassen: Selbst ein Unternehmen wie BP kann nicht auf unbegrenzte Ressourcen zurückgreifen.

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Genau das könnte jetzt das Problem sein. All die verschiedenen Forderungen, die an BP gestellt werden, könnten sich zum Fass ohne Boden entwickeln. Sind Sie zuversichtlich, dass diese Forderungen gedeckelt werden können?

Letztlich werden das Gesetz und die in solchen Fällen üblichen Verfahren darüber entscheiden. Es sieht ja immer so aus, als sei nur BP betroffen, aber natürlich stimmt das nicht – es waren ja noch ein paar andere Firmen beteiligt. Wir haben immer gesagt, dass wir die legitimen Ansprüche von denjenigen erfüllen werden, die direkt von dem Unglück betroffen sind. Diese zu definieren wird allerdings ein langer Prozess sein.

Sollte BP als Unternehmen überleben, in welcher Form?

Diese Frage ist verfrüht. Zuerst müssen wir das Leck schließen und die Folgeschäden bereinigen, erst dann werden wir uns mit den strategischen Folgen für unser Unternehmen befassen. Das ist keine Frage für heute.

Wird Tony Hayward in einem Jahr noch BP-Chef sein?

Er hat die volle Unterstützung des Management-Teams und des Aufsichtsrats. Es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass er in einem Jahr nicht mehr da ist.

Einige Analysten schätzen die möglichen Kosten für BP inzwischen auf bis zu 70 Milliarden Dollar. Ist das aus Ihrer Sicht eine realistische Größe?

Es schwirren da alle möglichen Zahlen herum, manche sind ganz lächerlich, wir kommentieren das nicht.

Wäre es nicht an der Zeit, den BP-Aktionären und den Finanzmärkten Ihre internen Schätzungen zugänglich zu machen?

Zur rechten Zeit werden wir das auch tun – mehr sage ich jetzt nicht dazu.

Was bedeutet die Vereinbarung mit den USA für die Aktionäre?

Trotz der finanziellen Stärke des Unternehmens erschien es uns in der momentanen Lage klug zu sein, die bereits angekündigte Dividende für das erste Quartal zu streichen und die Dividenden für das zweite und dritte Quartal ausfallen zu lassen. Wir werden bei der Veröffentlichung der Ergebnisse des vierten Quartals, Anfang Februar 2011, entscheiden, ob wir die Dividendenzahlungen wieder aufnehmen. Bis dahin dürften wir ein klareres Bild von den langfristigen Folgen des Deepwater-Horizon-Unglücks haben.

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