Ölpest: BP zahlt 20 Milliarden Dollar in Entschädigungsfonds ein

Ölpest: BP zahlt 20 Milliarden Dollar in Entschädigungsfonds ein

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Arbeiter beim Reinigen der Küste von Alabama von Ölklumpen

Nach einer Unterredung mit US-Präsident Barack Obama gibt sich BP-Chef Tony Hayward geschlagen: BP zahlt 20 Milliarden Dollar in einen unabhängigen Entschädigungsfonds, um die Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko zu beseitigen. Hayward gibt sich reumütig.

Der Konzern werde das Geld in einen unabhängigen Entschädigungsfonds einzahlen, sagte US-Präsident Barack Obama gestern nach einem Treffen mit der BP-Spitze. Der Öl-Multi habe zudem eingewilligt, 100 Millionen Dollar für Bohrinsel-Arbeiter zur Seite zu legen, die wegen des sechsmonatigen Verbots von Tiefseebohrungen ihren Job verloren haben.

BP kommt zentralen Forderungen Obamas nach, dem zuletzt ein zu nachgiebiger Umgang mit dem Konzern vorgeworfen wurde. Obama sagte, BP werde die Summe binnen vier Jahren zu Raten von jährlich fünf Milliarden Dollar bereitstellen. Er betonte zugleich, die Errichtung des Fonds sei nicht gleichbedeutend mit einer Deckelung der Forderungen. BP werde auch darüber hinaus zur Rechenschaft gezogen.

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Sorgen, dass der Konzern für die Schäden irgendwann nicht mehr aufkommen könne, mache er sich nicht. BP sei ein starkes und gesundes Unternehmen und es liege im Interesse aller Betroffenen, dass dies so bleibe, sagte Obama. Geleitet wird der Entschädigungsfonds von Kenneth Feinberg, der auch als Sonderbeauftragter der Regierung zur Überprüfung von Manager-Gehältern fungiert.

BP setzt Dividendenzahlungen aus

BP-Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg entschuldigte sich im Namen seiner Firma bei der US-Bevölkerung für die Katastrophe im Golf von Mexiko. „Ich danke ihnen für ihre Geduld in dieser schwierigen Zeit“, sagte der Manager nach dem Treffen mit Obama. Er versprach eine faire und rasche Bearbeitung von Schadenersatzansprüchen. Finanzieren will BP die Zahlung in den Fonds nach eigenen Angaben über ein Aussetzen der Dividendenzahlung für vier Quartale, das Rückfahren von Investitionen und den Verkauf von Vermögenswerten im Umfang von zehn Milliarden Dollar.

BP-Chef Tony Hayward ist nach eigenen Angaben wegen der Explosion der Bohrinsel mit elf Toten und der anschließenden Ölpest am Golf von Mexiko „am Boden zerstört“. Es tue ihm „zutiefst leid“, dass die Katastrophe passiert sei, heißt es nach US-Medienberichten in einer schriftlichen Erklärung, die er für seinen Auftritt am Donnerstag vor einem Kongressausschuss vorbereitet hat. In dem Papier, über das der Sender CNN am Mittwoch vorab berichtete, gibt Hayward ferner zu, dass die Sicherheitsmaßnahmen und -technologien bei Tiefseebohrungen „deutlich“ verbessert werden müssten. Er erklärt, dass die Katastrophe „niemals hätte geschehen dürfen“. BP werde tun, „was wir können, um sicherzustellen, dass das nicht noch einmal passiert“.

Aktienkurs steigt

Die Aktien des britischen Ölriesen BP sind heute nach der Ankündigung gestiegen. Im frühen Handel legten die Anteilscheine in London um 6,80 Prozent auf 359,90 Pence zu.

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