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Ölpest im Golf von Mexiko: Geschirrspülmittel säubert Tiere

von Thomas Stölzel

Der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble ist der große Gewinner der Ölpest im Golf von Mexiko – dank eines Geschirrspülmittels.

Ein Vogel wird vom Öl Quelle: REUTERS
Ein Vogel wird vom Öl gereinigt. Procter & Gamble vertreibt das Geschirrspülmittel Dawn - die einzige von den US-Behörden zugelassene Substanz, um Tiere von Öl zu befreien Quelle: REUTERS

Die Verlierer der Ölpest im Golf von Mexiko sind klar: Neben dem Energieriesen, dessen Förderplattform Deepwater Horizon die Katastrophe im April ausgelöst hatte, sind es vor allem Fischer, Restaurantbetreiber und Hoteliers.

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Ein Unternehmen aber kann dank der Havarie großes Marketingglück feiern: der Konsumgüterriese Procter & Gamble. Dessen Geschirrspülmittel Dawn, das der Konzern in Europa unter der Marke Fairy vertreibt, ist die einzige von den US-Behörden zugelassene Substanz, um Tiere von Öl zu befreien.

1978 hatte das Internationale Vogel-Rettungs- und Forschungszentrum mehrere Mittel getestet: „Nur eines ließ uns auf- und abspringen“, schreibt die Gründerin der Organisation, Alice Berkner.

Bei der vom Tanker Exxon Valdez ausgelösten Ölpest in Alaska 1989 hatten Retter das Mittel ebenso eingesetzt wie bei späteren Unglücken. Die US-Wildtier-Behörde befand 2003 offiziell: „Der einzige Vogelreiniger, der empfohlen wird, ist Dawn-Geschirrspülmittel.“

Tatsächlich hätte die Katastrophe im Golf für Procter & Gamble zu keinem günstigeren Zeitpunkt passieren können.

Am 7. April 2010, 13 Tage vor der Explosion der Plattform, hatte der Konzern in Amerika eine breite TV-Kampagne gestartet, in der er damit warb, wie das Mittel zur Rettung von ölverschmutzten Tieren eingesetzt wird. Laut US-Marktforscher Ace Metrix war der Clip bei den Zuschauern der wirksamste Werbespot im zweiten Quartal – so erfolgreich, dass Procter Dawn nun ein Jahr lang als Mittel zur Tierrettung bewerben will. Aber auch in Zeitung und Internet läuft die Kampagne.

Eine spezielle Facebook-Seite hat bereits 274.000 Fans. Zudem stellte der Konzern medienwirksam einigen Umweltorganisationen mehr als 10.000 Flaschen bereit.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.08.2010, 18:51 UhrAnonymer Benutzer: Peter

    @ thinktwice: du scheinst noch sehr jung zu sein, deshalb: think twice und überlege nochmal was du geschrieben hast.

    bestimmte Abläufe und Entscheidungen in der Wirtschaft werden eben nicht - wie von dir vermutet - nach rein objektiven Kriterien getroffen sondern basieren auf politischer Einflussnahme oder sind erkauft. Das hat nichts mit Verschwörung zu tun sondern ist ein Auswuchs unserer Marktwirtschaft.

  • 20.08.2010, 09:52 UhrAnonymer Benutzer: Turtlewax

    @global
    Jaja.. Amerika böse...

    @Umbauba
    Die armen Vöglechen! Aber es gibt immer noch genügend (zu viele) Vögel auf der Welt.. die aufs frischgewaschene Autodach schei.ssen ! ;-)

  • 19.08.2010, 22:50 UhrAnonymer Benutzer: global

    @Peter,@belinea,@ThinkTwice, Mag Peter etwas pauschalisiert haben, aber leider läuft die Wirtschaft so und gerade in Amerika. Schon für die Listung im Regal, oder auch solcher Tests wird ordentlich verlangt und dann entscheiden Lobbyarbeit und "versprochne kostenfreie Lieferkontigente" bei ähnlichen Produkten über den Sieg und damit Profit. Nur selten gewinnt das beste Mittel, (meist von kleineren Produzenten), das kommt oft gar nicht erst mit in die Auswahl. Wer Also Peter Verschwörungstheorien vorwirft ist entweder hochgradig blauäugig oder arbeitet selbst bei P&C, das seine Leute bekanntlich im amerikansichen "Wir sind die besten" Stiel einschwört. Leider machen schon zu viele Deutsche solch alberne Spielchen mit..

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