OHB: Schlechtes Klima für Wettersatelliten

OHB: Schlechtes Klima für Wettersatelliten

Bild vergrößern

Marco Fuchs, Firmenschef des Satellitenbauers OHB

von Gerhard Bläske

Heftiger Streit zwischen Berlin und Paris blockiert den Milliardenauftrag für die sechs Méteosat-Wettersatelliten der dritten Generation.

Seit Wochen hat der Chef des mittelständischen Bremer Raumfahrtunternehmens OHB, Marco Fuchs, den Champagner zur Feier eines Milliardenauftrags für die sechs Metéosat-Wetter-Satelliten kaltgestellt. Noch Anfang Februar schien es sicher zu sein, dass die französische Thales zusammen mit OHB den Zuschlag erhält. Doch das will Berlin verhindern und verzögert die Entscheidung. Die Deutschen, die den Großteil des Programms finanzieren, verlangen die Systemführerschaft mit den vermeintlich höherwertigen Jobs und wollen, dass der Friedrichshafener Ableger der EADS-Tochter Astrium den Zuschlag erhält.

Mauscheleien zulasten Frankreichs

Die Entscheidung durch die Gremien der Europäischen Weltraumagentur ESA beziehungsweise den Betreiber des Programms, die zwischenstaatliche Organisation Eumetsat, wurde bereits mehrmals verschoben. Der ESA-Expertenausschuss Tender Evaluation Board (TEB) empfahl dem französischen ESA-Chef Jean-Jacques Dordain im Februar die Annahme der kostengünstigeren Thales-OHB-Offerte. Doch Dordain verlangte Präzisierungen. Da intervenierte Frankreichs Forschungsministerin Valérie Pecresse, die Thales/OHB unterstützt. Sie fürchtet Mauscheleien zulasten Frankreichs und droht mit einem unabhängigen Gutachten.

Anzeige

Nun will der ESA-Chef bei der nächsten ESA-Ratstagung am 17. März über die Ergebnisse der Überprüfung berichten. Ob dann auch entschieden wird ist unklar. Zudem muss zehn Tage später auch Eumetsat, zustimmen – dabei wird Einstimmigkeit verlangt.

Die Bundesregierung stellt sich auf den Standpunkt: „Wer zahlt, schafft an.“ Zwar sollen bei beiden Offerten jeweils 34 Prozent der Arbeitsplätze des 1,5-Milliarden-Projekts auf Deutschland und Frankreich entfallen, doch verlangt Berlin, dass die vermeintlich wertigeren Jobs in Deutschland generiert werden. Das sei nur bei Astrium Friedrichshafen der Fall. In politischen Kreisen wird die OHB als „Steigbügelhalter“ für Thales bezeichnet. Ihre Offerte sei ein „Dumpingangebot“. Doch gibt es auch die Lesart, die OHB, die Astrium schon die Satellitenaufträge für das Navigationssystem Galileo weggeschnappt hat, solle daran gehindert werden, zum zweiten Prime-Anbieter neben Astrium aufzurücken.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%