Oliver Blume im Interview: "Jede Menge Anfragen"

Oliver Blume im Interview: "Jede Menge Anfragen"

Bild vergrößern

Oliver Blume, Gründer der Billigapothekenkette Easy

Der Gründer der Billig-Apotheke Easy will 100 Filialen in Deutschland aufbauen und erwägt eine Expansion ins Ausland.

WirtschaftsWoche: Herr Blume, seit Mitte März können Kunden in 18 Postfilialen in Hannover, Hildesheim und Stuttgart Rezepte abgeben und sich die Medikamente dann von Ihrer Versandapotheke liefern lassen. Wozu braucht es noch Pillen von der Post?

Blume: Wenn Sie Medikamente über Drogeriemärkte wie Schlecker oder dm beziehen, bekommen Sie Ihre Präparate von den Niederlanden aus geliefert. Wir wollen eine deutsche Versandapotheke schaffen. Und wir wollen die Schnellsten sein. Nach zwei Tagen haben Sie Ihr Präparat. Die Deutsche Post ist mit ihrer Expresstochter DHL und den 13.000 Postfilialen für uns der beste Logistikpartner.

Anzeige

Bieten Sie bald über alle Postfilialen Medikamente an?

Wir machen jetzt erst mal über sechs Monate ein Pilotprojekt. Aber wenn die Erfahrungen positiv sind, halte ich es für machbar, dass noch in diesem Jahr alle deutschen Postfilialen Rezepte entgegennehmen.

Neben der Versandapotheke betreiben Sie noch gut ein Dutzend Apothekenfilialen unter der Marke Easy. Übernehmen Sie sich da nicht?

Bislang haben wir unsere Aktivitäten aus eigenen Mitteln finanziert, etwa über die Franchise-Gebühren der Apotheker, und dabei im vergangenen Jahr auch einen Gewinn erwirtschaftet. Wir brauchen aber künftig auch Fremdkapital, zum Beispiel um eine Eigenmarke aufzubauen. Daher fassen wir gerade alle Aktivitäten der Easy-Apotheken unter dem Dach einer Holding zusammen und gründen eine Aktiengesellschaft. Teilhaber sind dann meine Kollegen aus dem Management und ich.

Wegen der internationalen Finanzkrise sind die Banken mit Krediten nicht gerade freigiebig.

Wir haben jede Menge Anfragen – sowohl von Wagniskapitalgebern als auch von Banken.

Wann folgt der Börsengang?

Das ist nur eine Möglichkeit. Wir sind auch offen für Kooperationen. Ende dieses Jahres wird der Europäische Gerichtshof voraussichtlich die Bildung von Apothekenketten in Deutschland zulassen. Dann werden auch ausländische Anbieter in den Markt drängen. Es wäre sinnvoll, dass wir uns dann einen Partner suchen – etwa einen Einzelhändler, der in das Apothekengeschäft einsteigen will.

Ursprünglich wollten Sie bis Ende 2007 rund 100 Apothekenfilialen betreiben. Tatsächlich gibt es nur 14. Was ist schiefgelaufen?

Wir haben erkannt, dass es nichts bringt, bereits bestehende Apotheken als Franchise-Partner zu gewinnen, so wie DocMorris das häufig macht. Da kriegen Sie zu viele Altlasten aufgebürdet – etwa einen schlechten Standort, bauliche Mängel oder nicht wirklich qualifiziertes Personal. Wir wollen lieber neu aufbauen. Wir suchen günstige Flächen mit ausreichend Parkplätzen, gerne auch in Stadtrandlagen und in der Nähe von Fachmarktzentren. Das dauert eben länger. Die 100 Apotheken in Deutschland werden wir dann im nächsten Jahr schaffen. Ich kann mir Easy-Apotheken übrigens auch im benachbarten Ausland, in Osteuropa oder in arabischen Staaten vorstellen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%