Olmpia in Peking: Wo laufen sie denn?

Olmpia in Peking: Wo laufen sie denn?

Nur eine Handvoll deutscher Touristen hat sich zu den Spielen nach Peking aufgemacht. Verwirrende Visabestimmungen, zu wenige Olympiatickets, strenge Sicherheitsvorkehrungen sowie die Diskussion um Umweltverschmutzung und die politische Situation haben viele Deutsche abgeschreckt.

Auch einen Tag nachdem Alexander Grimm für Deutschland das erste Gold geholt hat, ringt er immer noch nach Worten. „Im Moment kann ich das noch gar nicht richtig realisieren“, sagt der deutsche Slalom-Kanute. Schade nur, dass in Peking kaum deutsche Zuschauer Grimms Gold-Fahrt durch das Wildwasser bejubeln konnten.

Grund:Gerademal 2500 Touristen aus Deutschland hat der Reiseveranstalter DER Tour nach Peking gekarrt.

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DER Tour ist Exklusivpartner des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele in Peking (Bocog). Nur dieser Veranstalter darf Reisen aus Deutschland nach Peking in Verbindung mit Tickets für die Wettkämpfe verkaufen. „Wir hätten locker mehr als doppelt so viele Touristen herbringen können“, sagt eine DER-Tour-Mitarbeiterin in Peking, „aber wir hatten zu wenig Olympiatickets.“

30000 Karten haben die Chinesen Deutschland zugeteilt. „Viel zu wenig“, sagt die DER-Tour-Angestellte; vor allem, weil ein Teil der Tickets direkt an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) weiterverkauft werden musste. Diese Karten gehen direkt an die so genannte olympische Familie: Athleten, Betreuer und Offizielle. Denn auch die sollen die Möglichkeit haben, sich einzelne Wettkämpfe anzusehen.

Offiziell heißt es in Peking, seien alle Wettkämpfe ausverkauft.

Gleichzeitig finden viele Wettbewerbe vor halbleeren Rängen statt. Die Ursache: Inzwischen blüht der Schwarzmarkt. Am Mittwochnachmittag sind am Olympiastadion Huderte Schwarzhändler aufgezogen und bieten Karten in großer Stückzahl an. Tickets für die Schwimmwettbewerbe kosten derzeit zwischen 300 und 500 Euro. Billiger ist Beach Volleyball. Hier bekommt man schon für 20 Euro eine Karte.

Doch nicht nur der Ticket-Mangel, auch die große Politik hat DER Tour einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die scharfen Visabestimmungen haben sicherlich viele Deutsche davon abgehalten, überhaupt erst eine Reise in Erwägung zu ziehen“, heißt es bei dem deutschen Veranstalter.

Das Schlimmste sei gewesen, klagt die DER-Tour-Mitarbeiterin, dass sich die Vorschriften fast täglich geändert hätten. „Mal reichte eine Reservierungsbestätigung des Hotels für ein Visum, mal musste man zusätzlich das Flugticket vorlegen, mal brauchte man nichts von beidem.“ Dazu kommt, dass die chinesische Botschaft und die Konsulate in Deutschland bei der Visaerteilung unterschiedlich vorgehen. Beim Konsulat in Frankfurt ist es beispielsweise leichter, eine Einreiseerlaubnis zu bekommen als bei der Botschaft in Berlin.

Wegen der geringen Zahl deutscher Olympiatouristen musste DER Tour seine Planungen korrigieren. Ursprünglich wollten die Deutschen mit vier Hotels in Peking zusammenarbeiten. Schließlich wurde die Zahl auf zwei reduziert: das Kempenski- und das Qianmen-Hotel. Das dritte Hotel, heißt es bei DER Tour, sei wegen Bauverzögerungen zum Glück gar nicht mehr fertiggeworden. Im vierten, dem Landmark-Hotel, sind nur wenige Touristen unergebracht. Die Lobby des Hotels ist nun menschenleer. Aus den Lautsprechern trällert Giorgio Moroder sein „Reach out“ – der Olympiasong der Spiele 1984 in Los Angeles.

Viele Hotels in Peking stehen halbleer

Doch nicht nur die Zahl der Touristen aus Deutschland liegt deutlich unter den Erwartungen.

Auch sind nur wenige Geschäftsleute zu den Spielen nach Peking angereist. Ein Grund auch hier: die verschärften Visabestimmungen.

Die deutsche Handelskammer in China hatte für Geschäftsbesucher aus Deutschland ein Programm aus Konferenzen und Workshops zu den Spielen geplant. „Das haben wir jetzt aber nicht in dem Umfang gemacht, wie wir es gaplant hatten“, sagt Kammer-Geschäftsführererin Jutta Ludwig.

Die Folge des geringen Besucherstroms aus Deutschland und anderen Ländern: Viele Hotels in Peking stehen halbleer.

Das Furama Express etwa, ein Vier-Sterne-Hotel in bester Lage, hat für die kommende Woche gerade die Hälfte seiner Zimmer belegt. Dabei ist das Management mit dem Preis schon auf 90 Euro pro Nacht runtergegangen, inklusive Frühstück und Internetzugang.

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