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Olympia 2018: München hofft auf den großen Coup

von Peter Steinkirchner mit Material von dpa und dapd

Mit der Wahl des Austragungsorts für die Winterspiele 2018 steht das Olympische Komitee am Mittwoch vor einer Richtungsentscheidung – Ski&Rodel im Wintersportmekka Alpen oder in einer Sport-Retorte in Südkorea.

visitors play in front of a Quelle: dapd
visitors play in front of a sign for the Pyeongchang 2018 Winter Olympics in Pyeongchang, east of Seoul, South Korea Quelle: dapd

Die Rollen sind klar verteilt: Favorit auf den Zuschlag ist Pyeongchang in Südkorea, als ernsthafter Herausforderer gilt München, das französische Annecy muss sich mit der Rolle des Außenseiters begnügen – Mittwoch gegen 17 Uhr wird Jaques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das Geheimnis um den Austragungsort der Winterspiele 2018 lüften.

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Das Milliardengeschäft lockt

Für die Bewerberstädte geht es um weit mehr als um Ruhm und gute Worte – Olympia ist trotz vielfältiger Kritik vor allem ein Milliardengeschäft. Olympische Spiele dienen Staaten zur Selbstdarstellung, Städte nutzen sie für Investitionsprogramme, TV-Sender und Sponsoren  machen aus ihnen ein globales Geschäft. Und das IOC selbst erzielt dank des Sportevents im Vier-Jahres-Rhythmus Umsätze von mittlerweile mehr als 4,6 Milliarden Euro.

Spiel der Politik

Olympia ist die ganz große Bühne. Darum schickt, wer immer die Spiele ausrichten will,  Politiker in die Bütt - ohne den Einsatz der chinesischen Staatsmacht keine Sommerspiele 2008 in Peking, ohne die inzwischen abgetretenen Regierungschefs Tony Blair und Lula da Silva keine Sommerspiele in London (2012) und Rio de Janeiro (2016), ohne Wladimir Putin keine Winterspiele in Sotschi (2014). Putin gelang dabei gar der Doppelschlag – Russland richtet 2018 auch die  Fußball-WM aus.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.07.2011, 15:50 UhrAnonymer Benutzer: Silke B.

    Man kann sich nur noch schämen für Deutschland. Erschreckend ist auch, wie unkritisch unsere Medien mit solch miesen Wendehälsen umgehen.

  • 06.07.2011, 15:46 UhrAnonymer Benutzer: Joachim W.

    Der bundespräsident hat kürzlich zurecht die "verklärende" und relativierende DDR-Nostalgie beanstandet und vor der Verharmlosung der der SED-Diktatur gewarnt. Und derselbe bundespräsident wird wohl bald der unsäglichen Frau Witt für ihre Unterstützung bei der Olympia-bewerbung danken, obwohl Witt damit nur ihren öffentlichen Werbewert steigern wollte. Olympix hat völlig Recht: Wir DDR-bürger haben diese merkwürdige Dame noch in schlechtester Erinnerung als begeistertes Werkzeug der SED-Propaganda, die noch bis zum Zusammenbruch der Diktatur kräftig mit der Parteifahne gewedelt hat. Und daß dieses geldgeile Tränentier jetzt als Sachwalterin für ganz Deutschland auftreten darf, zählt zu den geschichtslosen Absurditäten und Ungerechtigkeiten nach der deutschen Wiedervereinigung.

  • 06.07.2011, 15:30 UhrAnonymer Benutzer: Olympix

    Katarina Witt zählt zu den Vorzeigefiguren, die die angebliche Überlegenheit der DDR-Diktatur international kundtun sollten. Witt hat sich mit "glühendem Herzen" in eine Propaganda-Maschine integrieren lassen, die es zuvor nur im sogenannten Dritten Reich gab. Jeder DDR-bürger erinnert sich gut an die unendlich peinlichen TV-Übertragungen, in denen Witt alte Politgangster wie Honnecker und die Politbüro-Heinis willfährig umgarnt hat. Von ihrer Sonderstellung hat sie zusammen mit ihrer schleimigen Mischpoke über viele Jahre durch Vergünstigungen wie Wohnungen, Auslandsreisen und Westautos profitiert. Und diese Parteigängerin der Diktatur hat sich nicht entblödet, sich noch kurz vor der Wende als SED-Abgeordnete für das Volkskammer genannte Scheinparlament des "Arbeiter- und bauernstaates" ernennen zu lassen. Chargen wie Christian Ude und Thomas bach haben wohl schlicht übersehen, daß die Verpflichtung Witts als Vorzeigetante allen Opfern des Unrechtssystems als nachträglicher Schlag ins Gesicht erscheinen muß. Wenn sich Deutschland heute bei der Olympia-bewerbung von einer derart opportunistischen und charakterlosen Figur repräsentieren läßt, so ist dies an politischer instinktlosigkeit und internationaler Peinlichkeit nicht mehr zu übertreffen.

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