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Online-Buchungsportale: HRS schluckt Rivalen Hotel.de

von Katja Köllen

Hotelbuchungsriese HRS hat sich die Mehrheit bei Konkurrent Hotel.de gesichert. Der Hotelverband ist davon nicht begeistert.

Hotel buchen online wird immer beliebter Quelle: obs/WEB.DE
Neun von zehn Hoteliers gehen davon aus, dass immer mehr Reisende ihre Unterkünfte im Internet buchen werden. Quelle: obs/WEB.DE

Der deutsche Hotelbuchungs-Riese HRS hat 62 Prozent des Konkurrenzunternehmens Hotel.de AG gesichert. Damit liegt die Beteiligung des Kölner Unternehmens jetzt bei insgesamt 65 Prozent.

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Jede Hotel.de-Aktie kostete die Hotel Reservation Service Robert Ragge GmbH, kurz HRS, 18,50 Euro, was den Vortageskurs um rund 30 Prozent überstieg. Mit dem Aufkauf ist die Kölner HRS Mehrheitseigner an dem Nürnberger Online-Buchungsportal. Für die HRS definitiv ein gutes Geschäft: Sie hat sich eine der größten Konkurrenten einverleibt. Hotel.de erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 36 Millionen Euro und erzielte einen Überschuss von 1,8 Millionen Euro. Im deutschlandweiten Vergleich liegt das Portal auf dem dritten Platz – nach HRS und Booking.

Hotel.de bleibt in der jetzigen Form bestehen, das Management-Team arbeitet  als eigenständiges Unternehmen am bisherigen Standort weiter, nur die Erträge fließen ab jetzt in den gemeinsamen HRS-Topf. Doch HRS hat noch große Pläne. Die Mehrheit an Hotel.de von 65 Prozent soll noch nicht das Ende der Aufkaufaktion sein. Auch die verbleibenden 35 Prozent wolle man sich noch sichern, so HRS.

Hotelverband warnt: Veränderung zu Lasten der Hotels

Dr. Stefan Morschheuser, Aufsichtsratsvorsitzender Hotel.de AG, sieht in dem Zusammenschluss von HRS und Hotel.de einen großen Vorteil für den Online-Anbieter aus Nürnberg. So könnten Reisenden mehr Verfügbarkeiten und bessere Preise geboten werden, Vertragshotels sollen von dem noch höheren Buchungsvolumen profitieren.

Doch der Hotelverband (IHA) warnt.  Durch den Zusammenschluss verschwindet wieder ein Online-Buchungsportal vom Markt.  Weniger Konkurrenz könne für die Hotels stärker vereinheitlichte Konditionen bedeuten, und somit weniger Wahlmöglichkeiten, wo die eigenen Zimmer angeboten werden. IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe:  „Es gilt sehr aufmerksam zu beobachten, ob sich dadurch die Buchungskonditionen weiter einseitig zu Lasten der Hotels verändern werden.“  Wer sein Angebot an Direktbuchungen und die Zusammenarbeit mit dem lokalen Firmenkundengeschäft ausbaue, sei in Zukunft besser beraten.

Immer mehr Menschen buchen ihren Urlaub über das Internet. Allein der Anteil der Reisenden, die im Internet Informationen über Urlaubsreisen suchen, hat sich in den  vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Das zeigt die aktuelle IHA-Studie „Hotelmarkt Deutschland 2011“. Hotelbuchungen führen dabei mit 31 Prozent die Spitze des Internet-Rankings an. Die Onlinebuchungen von Flugtickets landen mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz.

HRS und Hotel.de bedienen rund 50 Prozent des Markts

Wie die Studie zudem zeigt, war HRS im Zeitraum von 2003 bis 2009 der Spitzenreiter im Online-Buchungs-Geschäft. 2009 beherrschte das Unternehmen den deutschen Internetmarkt mit einem Anteil von 38,8 Prozent. Das aufgekaufte Buchungsportal Hotel.de liegt hinter Booking (23,4 Prozent) auf dem dritten Platz des Rankings (22,1 Prozent). Erzielen die Portale in den kommenden Jahren ähnlich Werte, bedient der Zusammenschluss von HRS und Hotel.de die Hälfte des deutschen Markts für Online-Hotel-Buchungen.

Nach Einschätzung der IHA-Studie, an der 866 Hotels teilnahmen, wird die Abhängigkeit der Hotels von den Online-Buchungsportalen in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Neun von zehn Hoteliers gehen davon aus, dass immer mehr Reisende ihre Unterkünfte im Internet buchen werden.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.10.2011, 16:22 UhrAnonymer Benutzer: Hotel-Zentrale.de

    Wir schauen kritisch auf diese Entwicklung - da eine ohnehin schon mächtige Marktstellung weiter ausgebaut wird. Die Hotels haben Preiserhöhungen ggf. ohne Chancen auf Einflussnahme hinzunehmen. Nicht zuletzt wegen mangelnder Reichweite weiterer Anbieter.
    Wir bieten unseren Hotels weiterhin kostenlos Standardeinträge an und möchten weiterhin nicht an buchungen provisioniert werden.
    Der direkte Kontakt vom Gast zum Hotel sollte gegeben sein, damit auch kleinere betriebe überleben können und die individualität der Gastgeberbetriebe gewährleistet wird.

  • 17.10.2011, 20:08 UhrAnonymer Benutzer: Ratz

    Auch ich bin darüber nicht begeistert! Als häufiger Kunde von hotel.de war ich sehr angetan und zufrieden mit den Leistungen und dem Service der hotel.de - Plattform. hrs war für mich zu keiner Zeit eine Alternative.

  • 17.10.2011, 16:49 UhrAnonymer Benutzer: Kleineshotel

    Die Provisionszahlungen werden steigen und das fehlende Geld den kleineren Häusern für wichtige investitionen fehlen. Je mehr Zimmer über Hotelbuchungsseiten gebucht werden, desto eher werden auch die Preise der Zimmer steigen, da die Hotelunternehmer Provisionen von 15,5 % (13% Netto) vom kompletten Preis der Hotelbuchung nicht einfach abfangen können.
    Eine Menge Geld die für einen Klick an ein buchungsportal fließt, für eine Leistung die der Kunde selbst tätigt und dem Hotel keinerlei Arbeitsersparnis bei der Onlinebuchung erspart.
    Auch wenn die Hotels bei einer Direktbuchung die Gäste durch einen besseren Preis locken möchten, ist dies leider bei onlinebuchbaren Zimmern durch die einzelnen AGb´s der Portale untersagt.

    Somit werden wie oben genannt, trotz immer höherem buchungsvolumen bei den Portalen die Provisionen nicht sinken sondern stetig, wie in den letzten Jahren, weiter steigen und die Zimmerpreise unnötig erhöhen.

    Als Vergleich: welcher Unternehmer kann fast jedem seiner Kunden einen Preisvorteil von 15,5 % einräumen? Wahrscheinlich keiner!

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