Online-Handel: Douglas rüstet sich für große Internet-Offensive

Online-Handel: Douglas rüstet sich für große Internet-Offensive

von Henryk Hielscher

Für Einzelhandelsketten gibt es derzeit ein großes Thema: das Online-Geschäft. Nun rüstet sich auch der Douglas-Konzern mit seinen Parfümerien, Schmuck- und Buchhandelsgeschäften für die große Internet-Offensive. Der Umsatzanteil des Geschäftsfeldes soll sich verdoppeln.

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Parfümerie mit Online-Ambitionen: Eine Mitarbeiterin in einer Filiale von Douglas

Henning Kreke startet eine Online-Offensive: Der Chef des Handelskonzerns Douglas will den Umsatzanteil des Internet-Geschäfts innerhalb von zwei bis drei Jahren von derzeit fünf auf rund zehn Prozent verdoppeln.

Keine Kleinigkeit: 3,3 Milliarden Euro Umsatz erzielte der Konzern im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010. Zu der Holding gehören nicht nur die Douglas-Parfümerien sondern auch die Christ-Schmuckgeschäfte, die Modekette Appelrath-Cüpper und der Buchhändler Thalia. Der Vorsteuergewinn legte mit 131,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um 26,3 Prozent zu. Auch im Weihnachtsgeschäft, dem ersten Quartal im neuen Geschäftsjahr lief  „recht ordentlich“, sagte Kreke bei der Präsentation der Douglas-Bilanz in Düsseldorf.

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Insgesamt steigerte das Hagener Unternehmen den Umsatz zwischen Oktober und Dezember um 4,5 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. In Deutschland lag das Umsatzplus sogar bei 5,5 Prozent. Dabei profitierten vor allem die Christ-Juweliergeschäfte und die Buchhandlungen der Thalia-Gruppe von der

Einkaufslaune der Verbraucher. Letztere konnte auch mit dem Verkauf ihres elektronischen Lesegeräts OYO punkten. „Das Gerät war eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke bei Thalia Kunden“, teilte das Unternehmen mit. Auch das Angebot von eBooks soll ausgebaut werden.

Die positiven Absatzzahlen des eReaders dürften auch ein Grund dafür sein, dass Kreke nun das Online-Geschäft zum Wachstumsfeld erkoren hat. Rund 50 Millionen Euro will das Unternehmen in diesem Jahr investieren, ein Großteil offenbar für den Ausbau des Internetgeschäfts aller Vertriebslinien. Das Zauberwort dabei heiße „Multichannel“, so Kreke. Wie die meisten stationären Händler setzt auch Douglas auf die Kombination des bestehenden Filialgeschäfts mit einem Online-Angebot. Dabei sollen die Kunden in den Filialen der Gruppe aktiv auf die jeweiligen Online-Angebote hingewiesen werden. 

Mit der Entdeckung des Internets als neuem Wachstumstreiber steht Kreke nicht allein. 18,3 Milliarden Euro setzen Händler hierzulande im vergangenen Jahr via Internet um. An dem zweistelligen Zuwachs wollen auch immer mehr stationäre Händler partizipieren. Vom Modespezialisten Adler bis zur jugendlichen Marke Zara drängen derzeit zuhauf bekannte Marken ins Internet-Geschäft. Auch Handelshäuser wie Wöhrl, Pohland, WE Fashion oder der Münchner Trachtentraditionalist Lodenfrey wollen im Internet Umsätze verbuchen. Für 2011 kündigte etwa Rewe-Chef Alain Caparros einen Großversuch für den Lebensmittelhandel per Internet an. Im Herbst starteten der Elektronikhändler ProMarkt, der Dekoanbieter Strauss Innovation und die hessische Supermarktkette Tegut mit ihren Online-Shops. Auch die Baumarktketten Obi und Hornbach machten Online mobil.

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