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Online-Handel: Internet-Bezahldienst Giropay verklagt Sofortüberweisung.de

von Thomas Kuhn

Der Internet-Bezahldienst Giropay verklagt seinen Konkurrenten Sofortüberweisung.de. Der Vorwurf: Unlauterer Wettbewerb und die Sicherheit des Internet-Bankings zu gefährden.

Der wachsende Internet-Handel ist auch für Zahlungsdienstleister ein lukratives Geschäft, die das Geld vom Kunden- zum Verkäuferkonto transferieren. Jetzt tragen sie den Kampf um Marktanteile sogar vor Gericht aus: Der Online-Bezahldienst Giropay hat den Konkurrenten Payment wegen unlauteren Wettbewerbs verklagt. Das bestätigte das Landgericht Köln.

Payment Network betreibt den Bezahlservice Sofortüberweisung.de, hinter dem Unternehmen steht Reimann Investors Advisory. Giropay wird getragen von der Postbank, den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken.

In der Klage – Streitwert 300.000 Euro – wirft Giropay dem Konkurrenten unter anderem vor, Bankkunden zur missbräuchlichen Nutzung ihrer Kennwörter (PIN) sowie Transaktionscodes (TAN) anzustiften und die Sicherheit des Internet-Bankings zu gefährden.

In der Regel untersagen Banken den Kunden, die Codes an Dritte weiterzugeben. Genau diese Daten fragt Sofortüberweisung.de aber ab, um den Handel zu beschleunigen. Payment-Finanzvorstand Jens Lütcke weist die Vorwürfe dennoch als unbegründet zurück. Bei den über Sofortüberweisung.de abgewickelten Zahlungen leite sein Unternehmen PIN und TAN nur verschlüsselt an die Online-Banking-Computer der Banken weiter – ähnlich wie die technisch verwandten Online-Überweisungen beim Internet-Bezahldienst T-Pay der Deutschen Telekom.

18 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.09.2010, 19:41 UhrAnonymer Benutzer: Dirk

    Giropay "verlinkt" auf das Onlinebankingsystem der jeweiligen bank. Die Überweisung wird im bankingsystem vorgenommen. Weder der Händler noch irgendein anderer Dienstleister sind eingebunden. Meine Kontostände, meine PiN-TAN werden nur zwischen mir und meiner bank ausgetauscht. So steht es auf der Website von Giropay (und meiner bank) und so ist es auch wünschenswert.

    Sofortüberweisung spart sich den Aufwand und ist deshalb wohl auch billger. Hier gebe ich PiN und TAN, wie schon von anderen geschildert, auf dem Server von Payment Network ein. in meinen Augen weitaus kritischer zu sehen: Sofortüberweisung macht eine Abfrage aller Konten, die ich bei meiner bank für das Onlinebanking freigeschaltet habe. Also auch meine Hausfinanzierung, Depots, usw. Was machen die damit? Wenn Sie die Daten nicht nutzen würden, würden Sie diese wohl nicht abfragen. ich habe in der Vergangenheit sofortüberweisung mehrfach genutzt und ein bekannter hat mich auf diesen Umstand angesprochen. ich habe dann bei der bank nachgefragt und die hat mir schwarz auf weiss bestätigt, dass beim Kauf alle Finanzinformationen durch sofortüberweisung abgerufen wurden. Diesen Artikel habe ich nun beim googeln gefunden, weil mich interssiert, ob die Datenschützer an diesen Thema schon dran sind.

    Wer so handelt und dennoch mit TÜV-Gutachten wirbt, sollte wirklich verklagt werden.

  • 17.05.2010, 10:50 UhrAnonymer Benutzer: Pumpe

    @Axel Müller: der wichtige Unterschied zwischen dem Call-Center bzw. Giropay auf der einen Seite und sofortüberweisung auf der anderen Seite ist, dass die banken das Call-Center und Giropay beauftragt haben, über vorgegebene Wege die Überweisungen einzutippen.
    Sofortüberweisung hat diesen Auftrag nicht. Sie sind nicht autorisierte Dritte. Auch wenn es wohl noch keinen Zwischenfall gab, wenn dort mittels Phishing irgendetwas geschieht, dann ist der User nicht abgesichert, insbesondere weil einige banken (z.b. Postbank) explizit auf ihrer Website vor diesem Dienst warnen.
    ich bin gespannt auf den ersten Missbrauchsfall, wie auch immer der dann aussieht.

  • 14.05.2010, 16:16 UhrAnonymer Benutzer: Mamich

    Also sofortueberweisung.de mag bequem und schnell sein. Aufgrund oresilicher Strukturen mag es auch für Shop-betreiber attraktiver sein und vielleicht auch technisch noch einfacher einzubinden sein.

    Aber aus Sicht eines Kunden/Nutzers kann sofortueberweisung.de meiner Meinung nach keine sichere Variante darstellen. Allein die Tatsache das sofortueberweisung.de auf den eigenen Webseiten und den bedingungen darauf hinweist sowohl Kontensaldo als auch Umsätze abzufragen ist schon recht heftig. ich gestatte also jemandem, der meine Zahlung lediglich 'durchreichen' soll einen blick in meinen Kontoauszug?

    Ob der betreiber damit nun etwas anfängt oder nicht kann und will ich nicht beurteilen - aber alleine die Tatsache das ich ihm das gestatten soll lässt mir einen Schauer über den Rücken gleiten. immer und überall wird über den verantwrtungslosen Umgang mit Kundendaten gejammert - zum Teil ganz zu Recht. Aber wer solche Dienste - und da gibt es sicher noch den einen oder anderen - in Anspruch nimmt sollte nicht andere an den Pranger stellen wenn es um Datenschutz geht.

    ich würde sofortueberweisung.de nach derzeitigem Stand nicht nutzen.

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