Online-Handel: OBI, ProMarkt & Co. entdecken das Internet

Online-Handel: OBI, ProMarkt & Co. entdecken das Internet

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Ins Netz gegangen - Die Zeit der Online-Abstinenz ist für die Ladenketten vorbei

von Henryk Hielscher

Unter den großen Ladenketten bricht die Web-Euphorie aus. Nach Jahren der Netzabstinenz preschen sie jetzt mit neuen Online-Shops vor. Gelingt der Strategieschwenk?

Jetzt muss die Basis ran: Seit Dienstag dürfen sich die 2500 Mitarbeiter in der Wermelskirchener Zentrale von Deutschlands größter Baumarktkette OBI durchs Kettensägen-Sortiment klicken, Bohrer bestellen und Öfen ordern – zu Schnäppchenpreisen versteht sich. Der Personaleinkauf per Web ist die Generalprobe für den Start von OBIs Online-Shop. Die Kräfte aus dem Bergischen Land sollen dem Heimwerkerportal den letzten Schliff verpassen, bevor er im November auch für die reguläre Kundschaft öffnet.

Mit seiner Online-Offensive liegt OBI-Chef Sergio Giroldi im Trend: Im Handel kommt wieder Web-Euphorie auf. Vom leicht angegrauten Modespezialisten Adler bis zur jugendlichen Marke Zara drängen derzeit zuhauf bekannte Marken ins Internet-Geschäft. Auch Handelshäuser wie Wöhrl, Pohland, WE Fashion oder der Münchner Trachtentraditionalist Lodenfrey wollen im Weihnachtsgeschäft die ersten Internet-Umsätze verbuchen.

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Pandas bei der Partnerwahl

Im Herbst starteten der Elektronikhändler ProMarkt, der Dekoanbieter Strauss Innovation und die hessische Supermarktkette Tegut mit ihren Online-Shops. Rewe-Chef Alain Caparros kündigte für 2011 einen Großversuch für den Lebensmittelhandel via Internet an und könnte noch von der SB-Warenhauskette Real überholt werden. Und mit dem Textilhändler Peek & Cloppenburg und den Metro-Elektronikketten Media Markt und Saturn stehen weitere Online-Kandidaten bereit.

Der stationäre Handel drängt mit Macht ins Netz, und langsam scheint sich Schlussverkaufsstimmung breitzumachen: Wer jetzt noch nicht dabei ist, will demnächst starten oder feilt an Konzepten. Wer bereits über das Internet verkauft, weitet sein Angebot aus und stockt das Sortiment auf.

„Die Ära der Online-Abstinenz neigt sich dem Ende zu“, sagt Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb-Research-Centers der Hochschule Niederrhein in Krefeld.

Lange genug hat es gedauert. Nach dem kollektiven Online-Rausch zur Jahrtausendwende folgte vielerorts die Depression, etliche Handelsmanager reduzierten die vermeintlichen Internet-Spielereien auf ein Minimum und besannen sich auf das Kerngeschäft: Gekauft, so das Credo der Branche, werde in der Filiale.

Beseelt von diesem Glauben agierten viele Handelsgranden im Internet ähnlich engagiert wie Pandabären bei der Partnerwahl: zaudern, zögern, zagen. Dass die Online-Nutzerzahlen und die Übertragungsgeschwindigkeiten seit Jahren steigen, wurde lange ignoriert. Vor allem aber ist die Bereitschaft der Verbraucher gewachsen, im Internet Geld auszugeben.

„Der eigentliche Tsunami kommt erst noch“, sagt E-Commerce-Forscher Heinemann. Wenn der Bevölkerungsanteil jener Generationen steigt, die mit Google und Facebook aufgewachsen sind, werden auch die letzten Web-Dünkel weichen. Dass der Mix aus technischen und demografischen Veränderungen weiteres Online-Wachstum garantiert, gilt unter Experten daher als ausgemachte Sache.

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