Online-Handel: Otto findet Lebensmittel via Internet gut

Online-Handel: Otto findet Lebensmittel via Internet gut

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Otto-Vorstand Schrader

von Henryk Hielscher

Der Hamburger Versandhändler erwägt einen Einstieg in den Verkauf von Lebensmitteln über das Internet. Ob der Vorstoß gelingt ist fraglich – schon einmal scheiterte das Unternehmen mit Versandversuchen von Brot und Butter.

Manchmal haben gute Ideen einen zweiten Anlauf verdient, scheint sich der Hamburger Versandhandelskonzern Otto gedacht zu haben. Otto-Chef Hans-Otto Schrader erwägt den Einstieg in den Online-Lebensmittelhandel. Oder besser: Den Wiedereinstieg.

Schon vor zehn Jahren hatte Otto den ersten Versuch gewagt, Lebensmittel via Internet zu verkaufen. 2004 wurde das Projekt beerdigt. Die Erklärung damals: Auf absehbare Zeit sei angesichts des negativen gesamtwirtschaftlichen Marktumfeldes mit einem ruinösen Preiswettbewerb im Lebensmittelhandel kein betriebswirtschaftlich sinnvolles Absatzvolumen zu erreichen.

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Nun hat sich die Stimmung offenbar aufgehellt. Für einen Online-Supermarkt sei dabei der britische Einzelhandelskonzern Tesco ein gutes Beispiel: „Tesco macht ein großartiges Geschäft. Mit dem richtigen Konzept geht das auch in Deutschland", sagte Otto-Chef Schrader der „Lebensmittel Zeitung". Mit dem Onlineverkauf von Lebensmitteln und anderen Waren erzielte Tesco zuletzt rund drei Milliarden Pfund Umsatz.

Hoffen auf Erfolg

Noch befindet sich der Neustart bei Otto indes nur in der Planungsphase. Otto suche derzeit einen „leistungsstarken, national aufgestellten Partner aus dem Lebensmittel-Einzelhandel", sagte Schrader. Der Versandhändler hoffe auf Erfolg, da das Internet als Einkaufskanal mittlerweile auch in Deutschland akzeptiert sei.

Bislang hält sich der Onlinehandel mit Lebensmitteln in Deutschland allerdings in Grenzen. Die meisten großen Handelsketten bieten im Internet nur Nicht-Lebensmittel zum Kauf an. Im 150 Milliarden Euro schweren Lebensmittelmarkt beträgt der Anteil des Onlineumsatzes gerade einmal 0,5 Prozent.

Bedarf eher gering

Ohne Spezialversender wie den Weinexperten Hawesko oder Nischenanbieter wie Mymuesli.de wären die Zahlen wohl noch deutlich niedriger. Denn die großen Ketten glänzen durch Online-Abstinenz. Aldi und Lidl bieten auf ihren Internetseiten ausschließlich Nichtessbares. Bei Edeka kann man einzelne Lebensmittel bestellen - allerdings keine frischen Produkte.

Im Ausland sieht das bereits ein wenig anders aus – nicht nur in Großbritannien. In der Schweiz erzielt vor allem die Supermarktkette Migros gute Umsatzzahlen. In den USA bietet etwa Amazon ein umfangreiches Lebensmittelsortiment an.

Aber was ist hierzulande anders? Vor allem das dichte deutsche Filialnetz stehe einer Online-Expansion entgegen, heißt es in der Branche. Auch auf dem Land sei in wenigen Minuten ein Supermarkt zu erreichen, deshalb sei der Bedarf im Internet zu bestellen eher gering. Zudem herrscht auf dem deutschen Markt ein extremer Preiswettbewerb. Die anfallenden Transport und Logistikkosten ließen sich im Internetgeschäft kaum einspielen, glauben Händler.

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