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Online-Kommunikation: Post will bis Jahresende eigenes De-Mail-System entwickeln

Noch bevor Wettbewerber in das neue rechtsverbindliche E-Mail-System „De-Mail“ einsteigen können, will die Deutsche Post mit einer eigenen Internet-Plattform für die Behördenkommunikation an den Start gehen.

Brief-Vorstand Jürgen Gerdes sagte der WirtschaftsWoche, das Unternehmen wolle die System-Entwicklung „bis Ende dieses Jahres“ abgeschlossen haben. Die Konkurrenz im Friedrichshafener Konsortium rechnet frühestens Mitte 2010 mit eigenen marktfähigen Angeboten.

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Erst im März war die Deutsche Post aus dem vom Bundesinnenministerium initiierten Zusammenschluss ausgestiegen, dem neben Banken, Versicherungen und Unternehmen auch die Deutsche Telekom und United Internet mit ihren E-Mail-Diensten Web.de und Gmx.de angehören. Die Post will sich die vorhersehbare Abkehr vom traditionellen Briefgeschäft zunutze machen und dem drohenden Gewinneinbruch durch den Einstieg ins Online-Geschäft entgegen wirken.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche arbeitet die Post an einer Portallösung, auf der Nutzer ihre gesamte rechtsverbindliche Kommunikation abwickeln können. Im Idealfall brauchen die Nutzer überhaupt keine Briefe mehr zu verschicken und können wichtige Dokumente sicher archivieren. Hinzu kommen weitere bisher noch unbekannte Funktionen.

Widerstand gegen die Revolution im Briefgeschäft wird von den rund 80.000 Briefträgern erwartet. Von den Zustellkosten entfallen etwa 70 Prozent auf das Personal. Noch verhindert ein Tarifvertrag, dass etwa Billigkräfte von Fremdfirmen ganze Zustellbezirke übernehmen. Das Verbot endet mit Ablauf des Jahres.

Auch der Beschäftigungssicherungsvertrag läuft noch bis Mitte 2011. Sollten sich die Gewerkschaften nicht bewegen und etwa Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich ablehnen, sieht Post-Vorstand Gerdes Arbeitsplätze gefährdet. „Wenn sich die Gewerkschaften nicht bewegen, schließe ich Outsourcing und mittelfristig betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.“

2008 erzielte die Briefsparte der Post 1,7 Milliarden Euro Profit; das waren 70 Prozent des Konzerngewinns.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2009, 23:31 UhrAnonymer Benutzer: RedPepper

    Das traditionelle briefgeschäft wird mittelfristig wegbrechen. Daher ist nur konsequent und richtig, das die Post sich zum Thema "elektronischer brief" bewegt. Vielleicht hätte sie das schon viel eher machen müssen. Der elektronische brief ist ein Medium mit Zukunft und wird in vll. 5-10 Jahren so selbstverständlich sein, wie heute eine eMail. Mann erinnere sich nur an die Einführung der digitalen Fotografie. Die Umstellung hat 10 Jahre gedauert. Agfa hat sich verschlossen und besteht heute nicht mehr. Kodak hat sich frühzeitig auf diese neue Technik eingelassen und existiert heute noch.

  • 05.06.2009, 20:07 UhrAnonymer Benutzer: Noreia

    An sich ist es nicht schlecht das sie in das boot mit aufspringen.Es bleibt ja garnichts anderes übrig.Weil es Massen an Sendungsaufkommen sind.
    Trotz der privaten Steuerhinterziehung...lob ich mir doch den Zumwinkel...im gegensatz zu Appel.Die Krawattenträger sind ja schonwieder auf tolle ideen fürs "Sommerloch" gekommen.Auf kosten unserer(Zusteller).

  • 02.06.2009, 01:01 UhrAnonymer Benutzer: nurso

    Die Deutsche Post sollte mal überlegen ob man so das Ansehen der Post nicht noch mehr schadet. Aber die solche ideen haben bekommen Prämien und vernichten Arbeitsplätze. Man sollte mal die Ansprüche ein wenig zurückschrauben und schauen das man den beschäftigten einen schichern Arbeitsplatz bietet, und nicht die "angebliche Kriese" zu nutzen um mit ins boot zu steigen. Erst überlegen und dann handeln.

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