Online-Videos: RTL und Sat.1 wollen vom Web-TV-Boom profitieren

Online-Videos: RTL und Sat.1 wollen vom Web-TV-Boom profitieren

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Internet-Fernsehen: In Deutschland noch in den Kinderschuhen

Die Privatsender wollen im wachsenden Geschäft mit Internet-Videos Boden gutmachen – und setzen auf eine gemeinsame Medienplattform nach Vorbild der US-Fernsehseite Hulu. Zahlen und Fakten zum Web-TV-Markt.

Der große Hype um Katzen-Videos, Musikclips oder Kurzfilme auf dem Video-Portal YouTube ist zwar vorüber. Doch in den letzten Monaten hat der mittlerweile zu Google gehörende Videopionier sein Angebot an hochauflösenden HD-Videos deutlich ausgeweitet. Kein Wunder, denn die Nutzerzahlen für Online-Videos steigen stetig - auch in Deutschland. Die deutschen Privatsender wissen schon länger um die Wichtigkeit des Online-TV-Marktes. Nun preschen sie mit einer neuen Initiative vor: Vor kurzem haben RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 einen offiziellen Antrag für eine gemeinsame Medienplattform gestellt. Damit sind nun jene Pläne offiziell, von denen die WirtschaftsWoche bereits vor zwei Wochen berichtet hatte.

Illegale Downloads von TV-Serien setzen den Sendern offenbar zu. Nun wollen sie auf dem wachsenden Internet-TV-Markt stärker Fuß fassen. Bisher boten einzelne Sender auf ihren jeweiligen Websites ein eher mageres Programm – nun wollen sie mit vereinten Kräften Zuseher gewinnen. DRTL und ProSiebenSat.1 wollen ihre Angebote auf einer einzigen Website bündeln, auf der auch Inhalte von öffentlich-rechtlichen Sendern abrufbar sein sollen.

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Was sich zunächst nach einem Himmelfahrtskommando anhört, hat durchaus Potenzial, wie aktuelle Zahlen und Beispiele zeigen.

Vorbild Hulu kämpft mit Problemen

Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa schauen rund 25 Millionen Deutsche Fernsehen und Videos über das Internet. Eine Prognose der Unternehmensberatung Capgemini beziffert die deutschen Internet TV-Einnahmen für 2013 mit fast 800 Millionen Euro. Das entspricht mehr als einer Verdreifachung des Marktes in den kommenden drei Jahren.

Für den Vorstoß der Privatsender gibt es ein leuchtendes Vorbild in den USA. Unter dem Namen Hulu.com ist dort bereits 2008 ein zentrales Online-Portal gestartet, das den US-Markt mit Inhalten der großen TV-Sender versorgt. Hinter Hulu stecken die Fernsehriesen News Corporation, Walt Disney und NBC Universal, die das Portal gemeinsam betreiben. Einzig die Senderkette CBS gibt ihre Inhalte bisher nicht an Hulu weiter. Ursprünglich finanzierte sich Hulu ausschließlich über Werbung und stellte Fernsehsendungen und Spielfilme kostenfrei zur Verfügung. Doch das Portal konnte 2009 nur 60 Prozent seiner Werbekapazitäten mit entsprechenden Verträgen abdecken. Die Analysten von Screen Digest mussten ihre Prognose von 180 Millionen Dollar Werbeeinnahmen für Hulu um fast 35 Prozent nach unten korrigierten - und lagen trotzdem über dem Endergebnis von 100 Millionen Dollar Werbeerlösen für 2009.

Vor wenigen Monaten startete Hulu deshalb einen bezahlpflichtigen Bereich seiner Website namens Hulu Plus. Wer nun auf ein umfangreiches Archiv zugreifen will, zahlt 9,99 Dollar pro Monat und kann Hulu auch mit dem iPhone oder iPad nutzen - von Werbung wird man allerdings auch bei Hulu plus nicht verschont. Aktuelle Probleme gibt es vor allem im Lizenzbereich. Aufgrund der unterschiedlichen Rechtslagen kann Hulu Plus nicht dasselbe Inhaltsangebot wie Hulu bieten. Trotz dieser Unstimmigkeiten konnte das Unternehmen im Februar laut dem US-Magazin BusinessWeek einen Gewinn von 2,04 Millionen Euro verbuchen.

Hauptprofiteure von Hulu sind die TV Sender. Sie streichen 72 Prozent des Gesamtumsatzes ein. Künftig plant das Portal nach Angaben der Financial Times Deutschland den britischen Markt zu erobern. Allerdings könnte der neue Gesellschafter Comcast, der NBC Universal übernehmen soll und Hulu als direkten Konkurrenten sieht, dem Onlinedienst einen Strich durch die Rechnung machen, wenn er dessen Serviceangebot einschränkt.

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