Onlinehandel: Mode ohne Geschmacksdiktat

Onlinehandel: Mode ohne Geschmacksdiktat

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Models des Labels "Belle Vausage"

von Oliver Voß

Junge Unternehmer verkaufen Designerstücke im Internet. Die Startups schalten dabei den klassischen Handel aus und wollen so die Haute Couture umkrempeln.

Eine kleine Portion Größenwahn kann nicht schaden, wenn man ein Unternehmen gründet. Auch Andreas Klinger mangelt es nicht an großen Plänen. "Das Internet hat schon die Musikindustrie auf den Kopf gestellt", sagt Klinger, "nun ist die Mode dran."

Dafür hat der Österreicher 2008 das Startup Garmz gegründet und residiert damit seit Jahresbeginn in London. Auf seiner Web-Site können Modedesigner Skizzen ihrer Kreationen zeigen, die Nutzer stimmen darüber ab, was ihnen gefällt. Garmz organisiert im Anschluss die Produktion und verkauft die Stücke im Netz.

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Selbstvermarktung auf Internetplattformen

Auch wenn man Kleider oder Hosen nicht herunterladen kann, ist das eine Parallele zur Musikindustrie. Denn während früher allein die großen Plattenfirmen neue Stars machten, erobern sich heute Musiker wie Teenieschwarm Justin Bieber ihre Fans selbst über YouTube.

Analog zu dem Videoportal oder dem nicht mehr ganz so hippen Netzwerk MySpace bieten junge Firmen wie Garmz, Usabrand oder Fabricly Modemachern Plattformen, um sich selbst zu vermarkten. Die Firmen agieren dabei nach dem Motto des New Yorker Startups Fashion Stake: "Lass uns Mode demokratisieren." Fashion Stake setzt auf das sogenannte Crowdsourcing, ein Ansatz, bei dem Nutzer die Produktion mitfinanzieren.

Gemeinsam ist den Startups, dass sie Labels und Zwischenhändler ausschalten. "Wir bringen Produzenten und Konsumenten direkt zusammen", sagt Garmz-Gründer Klinger. Viele talentierte Modemacher würden sonst von der Industrie keine Chance bekommen, schimpft der Österreicher und wünscht auf der Garmz-Web-Site "Gute Nacht, Modeindustrie".

Kleine Moderevolution

Doch nicht alle Unternehmen gehen so auf Konfrontationskurs wie Garmz. Das Berliner Startup Couture Society beispielsweise bietet seit dem Frühjahr zwar auch eine Plattform für Nachwuchsdesigner. Es sucht darüber hinaus aber gezielt Kooperationen mit den etablierten Modelabels. Einige große Namen haben die Gründer Martin Genzler und Alexander Schimkat schon an der Angel: Versace, Hugo Boss, Valentino und Kenzo interessieren sich für eine Zusammenarbeit.

Den Anfang hat Escada gemacht: Das Münchner Unternehmen verkaufte drei Einzelstücke, die auf der Fashion Week in Berlin gezeigt wurden, direkt im Anschluss an die Show exklusiv im Online-Shop von Couture Society. Nach nicht einmal drei Stunden waren die Stücke weg.

Der Sofortverkauf ist eine kleine Revolution im Modegeschäft, das dem Verkauf sonst immer um Monate voraus ist. "Wir gehen auf Kollisionskurs mit den üblichen Modezyklen", sagt Gründer Genzler. Dazu trägt auch ein neues Angebot der jungen Plattform bei: Die Labels können ihre gesamte Kollektion 24 Stunden nach den Schauen ins Netz stellen, damit interessierte Kunden auf diesen Pre-Order-Seiten Vorbestellungen abgeben. Die Modefirmen können so parallel zu den Gesprächen mit Händlern sehen, wie die Stücke bei den Kunden ankommen und bekommen mehr Planungssicherheit.

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