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Opel: Brüderles harter Kamf um saubere Ordnungspolitik

von Henning Krumrey

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle versucht sich als Guttenberg in Gelb. Er setzt auf saubere Ordnungspolitik - das wird ein harter Kampf.

Wirtschaftsminister Rainer Quelle: REUTERS
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle versucht sich als sauberer Ordnungspolitiker Quelle: REUTERS

Erst lotete er die Stimmung aus, dann folgte die klare Festlegung: kein Staatsgeld für Opel. Der neue Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) muss und will sein Ansehen wenden. Denn von seiner elfjährigen Amtszeit in Rheinland-Pfalz ist in den Medien eines übrig geblieben: seine wohl zutreffende Behauptung, er habe alle Weinköniginnen des Landes geküsst. Nun geht es nicht mehr darum, bei „Wetten, dass“ 100 Pfälzerinnen am Geschmack zu erkennen. Jetzt geht es um Milliarden. Milliarden der deutschen Steuerzahler. Der 64-Jährige nutzt die Gelegenheit. Mit dem Nein von GM zum Opel-Verkauf bot sich die Chance, wieder bei null anzufangen. Brüderle setzt auf die Taktik, die auch seinen Vorgänger, den CSU-Freiherrn Karl-Theodor zu Guttenberg, zum Star machte. Der hatte sich für die Insolvenz von Opel eingesetzt, sogar mit Rücktritt gedroht. Und obwohl er sich nicht durchsetzte, obwohl er im Amt blieb, stieg sein Stern unaufhaltsam.

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Brüderle steht auch auf der Bremse, weil es nun keine praktische Möglichkeit mehr gibt, den Abfluss deutschen Hilfsgeldes in die USA zu verhindern. Umgekehrt galt anfangs die Stütze für Opel gerade als unentbehrlich, weil die Amerikaner keine Dollar rausrücken wollten, um Jobs in Germany zu retten. Nun geht es anscheinend doch. Die restlichen 400 Millionen Euro und die Zinsen des Überbrückungskredits sollen diese Woche getilgt werden.

Lüge holt Bundesregierung ein

Allenfalls über den Deutschlandfonds für Krisenopfer würde der Wirtschaftsminister helfen. Opel wankte schon vor den Erschütterungen der Weltwirtschaft, dürfte also nichts bekommen. Aber bei der Beihilfenprüfung durch die EU hatte Berlin an Brüssel gemeldet, Opel sei gesund gewesen – sonst wären die für Magna vorgesehenen Gelder gar nicht genehmigungsfähig gewesen. Diese Lüge holt die Bundesregierung nun ein.

Noch steht auch die FDP in den Bundesländern mit Opel-Standorten hinter Brüderles hartem Kurs. „Es muss doch jedem Mittelständler die Tränen in die Augen treiben, wenn er sieht, wie die deutsche Politik GM den Blankoscheck noch hinterherträgt“, sagt Gerhard Papke. Er führt die FDP-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen – und ist damit Koalitionspartner von CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Doch aus der Pflicht entlassen will auch er den Bund nicht: „Wo ein besonders schmerzhafter Abbau droht, da soll der Bund helfen. Aber nicht durch den Erhalt unrentabler Jobs bei Opel, sondern durch Impulse für zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region“, fordert er. Im Klartext. „Wenn schon Staatsgeld, dann nicht für die Vergangenheit, sondern für die Zukunft.“ Die Erfahrung mit dem Steinkohlenbergbau lässt grüßen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.11.2009, 16:14 UhrHorst (George) Balonier

    Ein Umbau, wie dies früher in NRW von braun-/Steinkohle und der
    Stahlindustrie gab, scheint sich in der europäischen Autoindustrie
    anzukündigen. Ordnungspolitisch auch dringend erforderlich. Während der Amtszeit von Rainer brüderle wird die vielleicht begonnen. Allerdings dauert dieser Umdenkprozess sowie dessen
    Realisierung mindestens 10 Jahre. Wenn man nun Wort hält und Steuern senkt (laut FDP) so ist seine Haltung einer neuen Ordnungspolitk Deutschlands vernünftig. Deshalb muss sich OPEL selbst sanieren, da Liquidität verhanden ist. Wenn GM die OPEL AG
    halten will ist es eine Managemententscheidung amerikanisches Geld bei OPEL AG einzubringen. Doch nicht die Entscheidung der
    Regierungen Europas. GM sollte die OPEL AG abgeben und die
    EU- Kommissare sollten sich sehr wohl überlegen, inwieweit diese
    EU- Gelder zahlen. Warum eigentlich? Selbst als eigenständiger
    EU - OPEL AG Konzern muss saniert werden, um am Markt wieder
    Fuss zu fassen. Andere Autohersteller im in- und Ausland produzieren gleichwertige Produkte. Eine Marktbereinigung wird es durch Unternehmensanierungen immer wieder geben. Dies hat eine Restrukturierung des EU- Marktes für Autos freisetzen und es wird als Folge der EU- Automarkt von selbst wieder regulieren. Für Opelaner bitter, aber eine traurige bittere Wahrheit. Die Ursachen sind Folgen der weltweiten Globalisierung. Ein FÜR und WiDER der politischen Entscheidungen sowie der WELT- Konzernmanager- Entscheidungen (auch im Ausland) zu produzieren.

    Jetzt wird sich erstmals erweisen, ob die EU- Angeordneten von GM- Managern erpressbar sind. Obama bleibt weiterhin bedeckt. Er hat politisch mit den amerikanischen Abgeordneten pragmatisch gehandelt und GM, als neue Starthilfe, immense Dollars zukommen lassen. Allerdings managen die GM- Manager die weiterhin ihre Unternehmenspolitik (was richtig ist), mit dem Versprechen, dieses Geld an den US- Staat zurückzahlen zu wollen.

    Horst balonier
    Neckarstrasse 2
    64319 Pfungstadt

  • 23.11.2009, 15:14 UhrMariposa

    Da kann man dem brüderle nur viel Glück und Standhaftigkeit wünschen, das wird ein schwerer - aber der einzig richtige - Gang.

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