_

Opel-Krise: Viele Diskussionen und wenig Ergebnisse für Opel

von ov/dpa/rtr/AP

Kanzlerin Merkel sieht eine Opel-Rettung skeptisch, Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer Pleite. Wirtschaftsminister Guttenberg will nun die Lage in den USA ausloten, doch Investoren sagen reihenweise ab.

Hinsweisschild vor dem Quelle: dpa
Hinsweisschild vor dem Opel-Werk in Bochum Quelle: dpa

Die Gespräche über eine Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel laufen weiter auf Hochtouren. In Brüssel will EU-Industriekommissar Günter Verheugen am Freitagnachmittag mit ranghohen Vertretern des Opel-Mutterkonzerns General Motors und Politikern der betroffenen Länder zusammenkommen.

Anzeige

Bundeswirtschaftsminister Guttenberg entsandte seinen Staatssekretär Jochen Homann zu dem einem Treffen mit der GM-Spitze nach Brüssel, an dessen Rande dieser zugleich mit den beteiligten Staaten eine klare Marschrichtung verabreden wolle. Es handele sich um „extrem schwierige juristische Fragen“. Die bereits bekannte Frage, ob das neue Unternehmen Zugriff auf die Patente habe, gehöre ebenso dazu wie umgekehrt die Erwägung, dass der Mutterkonzern auch auf Forschungen der Europäer angewiesen sein werde.

Merkel gegen Sonderbehandlung für Opel

Eine Staatsbeteiligung am angeschlagenen Autohersteller Opel ist nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium keine Option. Es gehe um Bürgschaften oder notfalls um Kredite, aber eine Beteiligung sei kein Instrument, sagte ein Regierungsvertreter am Freitag in Berlin. Auch einen Einstieg der Bundesländer, in denen Opel-Werke stehen, bezeichnete er als unrealistisch. „Die Ländern können es sowieso nicht stemmen“, sagte er.

Bundeskanzlerin Merkel sprach sich gegen eine Sonderbehandlung für Opel aus. Bei einem Treffen mit deutschen Wirtschaftsverbänden in München äußerte sich Merkel skeptisch über mögliche Staatshilfen für Opel. Die Insolvenz einer großen Bank könnte katastophale Folgen für die gesamte Wirtschaft haben, bei einem Industrieunternehmen gelte das nicht so, sagte die Kanzlerin.

Steinmeier warnt vor Opel-Pleite

SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier hat hingegen dazu aufgerufen, die industrielle Produktion als Herz der deutschen Wirtschaft zu erhalten. „Industrielle Kapazitäten, die jetzt wegbrechen, werden dann nie wieder in Deutschland entstehen“, sagte Steinmeier am Freitag bei einer Konferenz der nordrhein-westfälischen SPD in Gelsenkirchen.

„Wenn Opel ins Rutschen kommt, dann kommt mehr ins Rutschen als nur Opel“, sagte Steinmeier. Es gehe jetzt nicht um ordnungspolitische Debatten, sondern darum, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern.

Als nächsten Schritt wird Wirtschaftsminister Guttenberg am Wochenende in den USA die Entflechtung von Opel aus dem GM-Konzern prüfen. Er wird am Montag in Washington die Führungsspitze von General Motors erneut mit den offenen Fragen zu möglichen Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel konfrontieren. Das machten Regierungskreise am Freitag in Berlin deutlich.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.05.2009, 22:19 UhrAnonymer Benutzer: rudolf wenzel

    Obwohl ich sicher kein Freund der CDU/CSU bin, hat zu Guttenberg noch als einziger keinen vernebelten Wahlkampfkopf. Was wollen unsere Politiker denn entscheiden, solange in Amerika nichts konkret gelaufen ist. Hinsichtlich möglicher investoren entsteht für mich der Eindruck, als warte man auf diese insolvenz von GM, damit man klare kaufmännische Angebote machen kann. Nicht etwa wegen der Arbeitsplätze, nein, damit man Opel als Konkurenz ausschalten kann. So ist das "Kaufmannsleben".
    Gruß
    RW

  • 13.03.2009, 22:13 UhrAnonymer Benutzer: Torsten

    Ein Unternehmen das 8 Jahre keinen Gewinn macht.-
    Gibt es nicht .-
    Also wenn es Opel nicht mehr gibt .- merkt das doch keiner(Ausnahme Mitarbeiter).
    Das ist das Absurde das die für Managmentfehler bezahlen werden.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.