Merkel: "Faire Balance ist entscheidende Bedingung"
Die Kanzlerin forderte den mehrheitlich von der US-Regierung kontrollierten GM-Konzern auf, sich künftig genauso intensiv um seine europäische Tochter Opel wie um das Kerngeschäft in Amerika zu kümmern. „Eine faire Balance ist eine entscheidende Bedingung, damit die jetzt kommenden Gespräche überhaupt eine Aussicht auf Erfolg haben können.“ Außerdem müsse das Unternehmen bis Ende November den deutschen Überbrückungskredit zurückzahlen. Aktuell sind das 800 bis 900 Millionen Euro inklusive Zinsen. Die Summe kann sich noch ändern.
Henderson berichtet am Nachmittag über Pläne
GM will nach dem überraschend abgesagten Verkauf von Opel zur Sanierung der Tochter rund 10 000 von 50 000 Stellen streichen und damit in etwa so viele wie der gescheiterte Investor Magna. Der Betriebsrat lehnt Werkschließungen ab. Agenturberichten zufolge will GM seiner deutschen Tochter künftig durchaus mehr Eigenständigkeit erlauben.
Am Nachmittag sollte Henderson bei einem Pressegespräch in Rüsselsheim über die Pläne für die Zukunft von Opel berichten. Der GM-Chef hatte bereits am Vortag die Verhandlungen über einen neuen Sanierungsplan aufgenommen. Dazu führte er Gespräche mit dem scheidenden GM-Europachef Carl-Peter Forster und weiteren deutschen Managern. Für den Standort Bochum, der lange auf der Streichliste des US-Konzerns stand, hat GM inzwischen ein neues Konzept erarbeitet. Insgesamt will der Autobauer die Fixkosten bei Opel um 30 Prozent senken. Am Mittwoch wird GM-Vize John Smith zu Beratungen mit der Bundesregierung in Berlin erwartet.
Am 3. November hatte der GM-Verwaltungsrat den Verkauf von 55 Prozent der Opel-Anteile an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und die russische Sberbank überraschend abgeblasen. Die Entscheidung löste Empörung bei der Bundesregierung und den Gewerkschaften aus. Es wird erwartet, dass GM noch in dieser Woche dem Kabinett einen Sanierungsplan für Opel vorlegt.













