Opel-Rettung: Angela Merkel hat das Poker-Spiel um Opel fürs Erste gewonnen

KommentarOpel-Rettung: Angela Merkel hat das Poker-Spiel um Opel fürs Erste gewonnen

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WirtschaftsWoche-Redakteur Wilfried Eckl-Dorna

Im GM-Verwaltungsrat soll nun heute oder morgen eine Entscheidung über die Zukunft von Opel fallen. Vieles deutet darauf hin, dass der von Angela Merkel unterstützte Zulieferer Magna den Zuschlag nun doch nicht erhält. Dennoch hat die Bundeskanzlerin strategisch vieles richtig gemacht - zumindest bis zur Bundestagswahl.

Seit Monaten bangen die Opelaner um die Zukunft ihres Unternehmens.

Und die aktuelle Meldungsflut dürfte vielen von ihnen die Hoffnung auf ein rasches Ende der Opel-Zitterpartie nehmen: Wenige Stunden vor dem Zusammentreffen des Verwaltungsrates von General Motors (GM) zeichnet sich ab, dass die frühere Opel-Mutter den Einstieg des Magna-Konsortiums vereiteln dürfte.

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Zwei Tage lang soll das Treffen des neunköpfigen Verwaltungsrats dauern. An welchem Tag die Führungsspitze des US-Autobauers nun über das Schicksal ihrer europäischen Tochter entscheidet, ist unklar.

Unklar bleibt auch, ob GM jetzt über einen Verkauf von Opel an einen Investor oder eine Sanierung im Alleingang entscheidet – oder die Entscheidung nochmals auf die Zeit nach der Bundestagswahl vertagt, wie einige Medien melden. Mit anderen Worten: Es ist alles weiterhin offen. Das ist bitter für die Opelaner, die um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Bei Opel entpuppt sich Merkel als Poker-Königin

Doch der Nervenkrieg um Opel kennt vorerst auch eine strahlende Gewinnerin: Die Bundeskanzlerin. Denn wahlstrategisch hat Angela Merkel im Poker um Opel alles richtig gemacht.

Für den Plan, Opel an das Konsortium aus Magna und der russischen Sberbank zu verkaufen, konnte sich die Union anfangs nicht begeistern. Die Opelaner und die IG Metall gewannen jedoch schnell die SPD für die Idee. Das brachte die Kanzlerin in Zugzwang.

Echte Alternativen im Wahljahr hatte sie nicht: Das Konzept des Magna-Gegenspielers RHJI sah für Deutschland deutlich höhere Stellenstreichungen vor. Eine Insolvenz von Opel, wie sie von Wirtschaftsminister zu Guttenberg immer wieder ins Spiel gebracht wurde, hätte einen noch härteren Arbeitsplatzabbau nach sich gezogen - und Angela Merkel unweigerlich Stimmen gekostet..

Merkel gewinnt bei jedem GM-Votum

So stellte sich Merkel schnell an die Spitze der Opel-Retter. Eine strategische kluge Entscheidung beim Kampf um Wählerstimmen. Denn, wie auch immer die Rettung Opels ausgeht, mutwillige Arbeitsplatzvernichtung kann Merkel nun kein SPD-Politiker vorwerfen.

Ihr Adlatus zu Guttenberg schoss anfänglich kräftig quer. Das brachte ihm die Sympathien konservativer Wähler ein, die bei Opel ein weiteres Milliardengrab fürchten. Mittlerweile ist zu Guttenberg längst auf Regierungslinie eingeschwenkt. Er hat ja auch keinen Grund mehr, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Denn, dass Magna nicht das Rennen machen wird, hat sich in den letzten Wochen ohnedies abgezeichnet.

Vermutlich haben Merkel und ihr Beraterkreis früh erkannt, dass sich der Opel-Verkauf an Magna an dessen russischen Partnern stoßen wird.

Merkels klares Bekenntnis zu Magna hilft ihr auch innenpolitisch, wenn sich GM gegen den kanadisch-österreichischen Autozulieferer entscheidet: Denn Merkel hat in jedem Fall jenes Konzept unterstützt, das in Deutschland die meisten Opel-Jobs sichern würde.

Votiert der GM-Verwaltungsrat tatsächlich gegen Magna, kann sie sämtliche Schuld auf die bösen Amerikaner schieben – und sich selbst gut verteidigen, mit allen Kräften für die beste Lösung gestimmt zu haben.

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