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Opel-Rettung : General Motors erweist sich im Opel-Poker als gewiefter Spieler

von Wilfried Eckl-Dorna mit Agenturen

Überraschende Wende in der Causa Opel: General Motors prüft offenbar, Opel zu behalten - aber nur vielleicht.Trotzdem will der US-Autobauer an seinen Verkaufsplänen für Opel festhalten - und bittet um Geduld. Der Vorstoß von GM könnte sich am Ende als taktisch kluger Bluff entpuppen.

ARCHIV - Eine Tafel mit dem Quelle: AP
ARCHIV - Eine Tafel mit dem Logo von GM haengt am 1. Juni 2009 in der General Motors Zentrale in Detroit, USA. GM ist dem Vernehmen nach immer noch offen fuer einen Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna. Allerdings wolle der US-Mutterkonzern Garantien, dass die Opel-Technologie nicht in russischen Klein- und Mittelklassewagen zum Einsatz komme, sagte ein mit dem Stand der Gespraeche vertrauter Gewaehrsmann in Detroit. Quelle: AP

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Monatelang schon schiebt der us-amerikanische Autobauer General Motors (GM) eine Entscheidung über die Zukunft seiner europäischen Tochter Opel auf die lange Bank.

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Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Mehreren Berichten zufolge denkt GM über Alternativen zum Verkauf von Opel nach.

GM könnte also den lange geplanten Verkauf von Opel abblasen und den maroden Autobauer im Alleingang sanieren. Das dafür notwendige Geld, rund vier Milliarden Dollar, will der Konzern Medienberichten zufolge selbst aufstellen.

Für die Bundesregierung ist GMs Kehrtwende ein Desaster

Einfach wird das nicht. GM darf dafür kein Geld der US-Regierung nutzen. Die Mittel könnte GM also nur über den Verkauf oder die Verpfändung von Unternehmensteilen wie etwa dem China-Geschäft aufstellen.

Für die Bundesregierung ist GMs Kehrtwende ein Desaster. Seit Monaten drängen deutsche Politiker darauf, Opel endlich an einen Investor zu verkaufen. Und der Wunschkandidat dafür steht ebenfalls seit Monaten fest: Das Konsortium rund um den Autozulieferer Magna.

Eine Antwort aus Berlin ließ nicht lange auf sich warten: Die Bundesregierung verlegte ein für morgen geplantes Spitzentreffen zwischen einem GM-Topmanager und der Opel-Task-Force auf heute Nachmittag vor.

Für GM kam Vize-Konzernchef John Smith nach Berlin – eine Schlüsselfigur im Verhandlungspoker um Opel: Smith ist GMs Chefverhandler für den Opel-Verkauf und sitzt auch im fünfköpfigen Beirat der Opel-Treuhand. Nach dem Treffen war die Lage klarer: GM setzt unverändert auf einen Verkauf seiner Tochter Opel, berichteten deutsche Regierungskreise anschließend. Das Management des amerikanischen Konzerns sei weiter „an einer Investorenlösung interessiert“, hieß es. Doch gebe es im GM-Aufsichtsrat noch erheblichen Informationsbedarf.

IG-Metall droht mit zivilem Widerstand

Entsetzt reagierten die Opel-Betriebsräte auf GMs neue Pläne. Sie wollen auf jeden Fall Magna als neuen Konzernherren durchdrücken. Wenn die Interessen der Belegschaft ignoriert würden, blieben ihr nur "Mittel des zivilen Widerstands", drohte der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

GM-Europe-Chef Carl-Peter Foster versuchte daraufhin, den Unmut der Beschäftigten zu dämpfen. „Die Entscheidung über den Weg der Zukunft für Opel erfordert von allen Parteien vollen Einsatz, denn es handelt sich um eine komplexe Aktion mit vielfältigen Auswirkungen“, schrieb Forster heute in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. „Es ist deshalb äußerst wichtig, dass diese Entscheidung, die für General Motors genauso wie für Opel eine große Tragweite haben wird, nur nach sehr reiflicher Überlegung getroffen wird.“

Der öffentliche Aufschrei über die angebliche Kehrtwende von GM ist also groß.

Doch so richtig passen GMs Aussagen nicht zusammen. GM hängt zwar offenbar mehr am Europageschäft als bisher zugegeben. Denn profitabel ist dieser Unternehmensteil bei weitem nicht: 2008 fuhr GM Europe einen Verlust von fast drei Milliarden Dollar ein.

Das ist zwar weniger dramatisch als die hohen Verluste im Stammmarkt USA, doch von schwarzen Zahlen ist GM Europe trotz Abwrackprämien weit entfernt.

24 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.08.2009, 22:09 UhrAnonymer Benutzer: Martin

    im Fuhrpark: 1 Saab, 1 Corsa, 1 Opel Speedster und mein Traumauto wäre eine Corvette Z06. Alles GM - das Herz leidet mit, aber die Vernunft sagt "Nein". Aber all diese Autos sind bereits Dinos der industriegeschichte. Welche Konzepte der individuellen Mobilität in 15 Jahren den Markt beherrschen, kann man vorhersagen. Sicherlich werden es aber die innovativere Firmen im Markt sein. Kann Opel da dazu gehören? ich glaube die Überlebensfähigkeit sollte man in einer solchen Umbruchszeit nicht nur am Fahrzeugvolumen fest machen. Klar kosten neue Technologien Geld, aber primär liegt es daran, ob man das "Neue" überhaupt will - respektive das "Alte" aufgeben kann.

  • 28.08.2009, 14:39 UhrAnonymer Benutzer: jogibär

    Merkel ist kleverer als alle deken.Sie hat mit Obama vereinbart
    das Opel nach der Wahl den bach runtergeht.

  • 28.08.2009, 10:16 UhrAnonymer Benutzer: Brachert

    Kleiner Scherz mit dem Alias.

    Sei er mir verziehen ;-)

    Korrekt 'Martin'.

    Nicht zu vergessen die Zuliefernetzwerke die davon betroffen sind. Da man aber beim verschwinden eines OEM davon ausgehen kann, dass in Summe nicht weniger Autos verkauft werden, trifft es partiell nur die Zulieferer oder Filialen die sich auf Opel fokusiert haben. Angesichts der schon seit Jahren von GM angehäuften Defizite bei denen ich mich schon seit langem frage welche investoren das so unermüdlich blauäugig finanziert haben, keine sonderlich schlaue Strategie. Die Zulieferer sollten also nicht jammern, wenn sie in etwas hineingeschlidert sind, was absehbar und unausweichlich war. Unsere Politik macht allerdings den gleichen Fehler, wenn sie den notwendigen Strukturwandel unterbinden möchte. Die Augen vor der zukünftigen Realität zu verschließen, ist keine Lösung für die Führung einer Unternehmung.

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