Opel-Rettung: General Motors spielt mit Opel-Investoren Katz und Maus

Opel-Rettung: General Motors spielt mit Opel-Investoren Katz und Maus

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Schild vor dem Opel-Werk Eisenach: Die frühere Opel-Mutter General Motors spielt mit den Opel-Interessenten Katz und Maus

Wenige Tage vor einer Sitzung ihres neuen Vorstands übt sich die frühere Opel-Mutter General Motors in taktischen Winkelzügen. GM hat via Blog-Eintrag ein nachgebessertes Angebot von Magna abgelehnt. Spezifische Präferenzen für Magna oder Bieter-Konkurrent RHJ International will GM keine haben. Der Opel-Betriebsrat fürchtet längerfristig den Abbau von bis zu 22.000 Arbeitsplätzen.

Im Bieterwettstreit um Opel hat der frühere US-Mutterkonzern General Motors (GM) ein nachgebessertes Übernahmeangebot des Autozulieferers Magna abgelehnt. Das neue Angebot habe Forderungen enthalten, „die einfach nicht umgesetzt“ werden können, schrieb GM-Chefunterhändler John Smith gestern in einem Unternehmensblog. Diese Forderungen hätten sich auf Patentrechte und das Russland-Geschäft bezogen.

Das neue Angebot von Magna weiche mit seinem Inhalt von den Verhandlungen in den vergangenen Wochen ab. Den neuen Forderung Magnas könne GM nicht nachkommen, etwa weil bei den Fragen um Patente auch die Rechte von GM-Kooperationspartnern betroffen seien. Das neue Angebot könne in dieser Form daher nicht verhandelt werden.

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Smith: "Keine spezifische Präferenz" für einen Bieter

Magna hatte vor kurzem im Übernahme-Poker nachgelegt und nach Berichten des „Wall Street Journals“ sein Barangebot erhöht. In der Summe wolle Magna im Konsortium mit der russischen Sberbank zwar unverändert 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen. Im Falle eines Zuschlags durch die einstige Opel-Mutter und die deutsche Politik sollen nun aber sofort 350 Millionen statt wie bisher geplant nur 100 Millionen Euro in bar in die neue Gesellschaft fließen, so das Blatt.

Das Angebot des Finanzinvestors RHJ International (RHJI) hingegen betrachte GM als „vollständig“, erklärte Smith in seinem Blog-Eintrag. Es habe eine „viel einfachere Struktur und wäre viel einfacher auszuführen“. Das Konzept sehe niedrigere Forderungen nach staatlicher Hilfe für den Umbau von Opel vor und passe besser mit der globalen Ausrichtung von GM zusammen. Deswegen sei das Angebot von RHJ eine „vernünftige und tragfähige Option“, erklärte Smith.

Trotz des als einfacher eingeschätzten Angebots von RHJ habe GM momentan „keine spezifische Präferenz“ für einen Bieter, erklärte Smith. Mit Magna werde weiter „ernsthaft“ verhandelt, um zu einem Angebot zu kommen, das auch umgesetzt werden kann. GM sei sich bewusst, dass Magna von Seiten der Gewerkschaften und mehrerer Politiker bevorzugt werden. Es werde daran gearbeitet so zügig wie möglich zu einer Lösung für Opel zu kommen. GM gehe weiterhin davon aus, dass die Verhandlungen Ende September abgeschlossen werden können, erklärte Smith.

Langfristig bis zu 22.000 Arbeitsplätze gefährdet

Auf die Opel-Mitarbeiter kommen jedoch harte Zeiten zu -  egal, welcher Bieter nun zum Zug kommt. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung rechnet der Opel-Betriebsratm Falle einer Übernahme mit einem deutlich stärkeren Stellenabbau als bisher angenommen. Wie das Blatt unter Berufung auf einen Brief des deutschen Betriebsrats an die europäischen Kollegen berichtet, sind laut Arbeitnehmerseite längerfristig bis zu 22.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Bei einem Einstieg der belgischen Industrieholding RHJI werde die Mitarbeiterzahl bei Opel/Vauxhall europaweit „voraussichtlich auf 32.000 sinken, was einer Reduzierung um 22.000 Mitarbeiter entspricht“, heißt es in dem Brief. Damit eingerechnet ist auch der Jobabbau beim schwedischen Autohersteller Saab. Sollte das Konsortium Magna/Sberbank den Zuschlag erhalten, rechnet der Betriebsrat laut Brief mit einem Rückgang der Arbeitsplätze auf 33.000. Offiziell haben RHJI und Magna bisher erklärt, sie wollten im Fall der Opel-Übernahme maximal 10.000 Stellen streichen

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