Opel-Rettung: GM-Europa-Chef schwenkt auf Merkels Magna-Kurs ein

Opel-Rettung: GM-Europa-Chef schwenkt auf Merkels Magna-Kurs ein

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Carl-Peter Forster, Europa-Chef von General Motors

Verhandlungs- oder Verwirrtaktik? General Motors hat sich in den letzten Wochen deutlich von einem Einstieg des Autozulieferers Magna bei Opel distanziert und sondiert nun andere Alternativen. Doch nun zeigt GMs Europa-Chef Carl-Peter Forster Verständnis für Merkels Magna-Kurs und warnt vor den Folgen einer Insolvenz.

Verwirrspiel oder Verhandlungstaktik? Das öffentliche Drama um die Zukunft des Autobauers Opel ist um eine Facette reicher: Nun stärkt General Motors-Europe-Chef Carl-Peter Forster der Bundesregierung den Rücken - obwohl die Konzernmutter in Detroit in den letzten Tagen verschiedene Alternativen zu einem Verkauf von Opel prüft.

Dem "Handelsblatt" gegenüber äußerte Forster Verständnis für den Kurs der Bundesregierung, die nur beim Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna milliardenschwere Staatsbürgschaften gewähren will: "Ich kann das Verhalten der Bundesregierung nachvollziehen", meinte Forster. Die Politik verhalte sich wie eine Bank. "Und wenn eine Bank einem Investor Bedingungen bei Finanzierungszusagen für seine geplanten Investitionen macht, ist das ein durchaus normaler Vorgang". Damit stärkte Forster klar der Bundesregierung den Rücken - und schwenkt so auch auf Angela Merkels Kurs ein, die sich bereits mehrfach für einen Verkauf von Opel an Magna ausgesprochen hatte.

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Unterschiedliche Lager bei GM

Der Zeitung "Die Welt" gegenüber wurde Forster sogar noch deutlicher: „Am wahrscheinlichsten ist für mich Magna, da alle Voraussetzungen erfüllt und die Verträge durchverhandelt sind sowie auch die Finanzierung steht“, sagte Forster. Zwar verlange Magna höhere Garantien als der Finanzinvestor RHJ, biete aber mehr strategische Optionen.

Die Töne aus der GM-Konzernzentrale in Detroit klingen da ganz anders: GM schließt ein Scheitern des Opel-Verkaufs laut Insidern nicht mehr aus und könnte den deutschen Autobauer selbst sanieren. „Sollten die Verhandlungen mit den Bietern (Magna und RHJI) nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führen, müssen Alternativen untersucht werden“, sagte ein GM-Insider gestern zu einer Nachrichtenagentur In diesem Fall könne GM eine Milliarde Dollar vorab investieren, weiteres Geld sollen europäische Länder mit Opel- Standorten beisteuern. Auch eine Insolvenz wird als Option gesehen.

Vor einer kontrollierten Pleite von Opel warnte Forster hingegen eindringlich. "Wir haben den GM-Verwaltungsrat darauf hingewiesen, dass eine Insolvenz von Opel auch den Mutterkonzern in eine schwierige Lage bringen würde", sagte Forster dem Handelsblatt. Ein Insolvenzverwalter würde GM wohl den Zugang zu Opel deutlich erschweren.

 Die Äußerungen von Forster kommen nur Tage vor einer erhofften Empfehlung des GM-Verwaltungsrats über die Zukunft von Opel überraschend. Das Gremium soll Kreisen zufolge am Dienstag tagen. Forster sah zugleich aber auch Möglichkeiten, dass Opel beim Mutterkonzern GM bleibt. „Wenn General Motors es schafft, weltweite Standards zu schaffen und zugleich regionale Freiheiten zu lassen, um Autos zu schaffen, die eine gelungene Komposition sind für den jeweiligen Markt, dann kann Opel unter GM gedeihen“, sagte der oberste GM-Manager in Europa der „Welt“ weiter.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erwartet in der kommenden Woche eine Grundentscheidung des GM-Verwaltungsrates. „Wir haben als Bundesregierung die Hausaufgaben gemacht, unterschriftsreife Verträge liegen vor und jetzt muss General Motors einlenken“, sagte der CSU-Politiker am Freitag im ARD-“Morgenmagazin“. Die Bundesregierung verhandele in Richtung Investorenlösung, also „eine Lösung, die als Industriekonzept dann auch über den Tag hinaus trägt“.

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