
Die Hoffnung heißt GAZ, die Abkürzung für das Gorki-Autowerk im heutigen Nischnij Nowgorod, sechs Fahrstunden östlich von Moskau. Der Konzern baute früher den populären Sowjet-Mercedes „Wolga“, dessen Neuauflage namens „Siber“ im letzten Jahr gründlich floppte. Stattdessen verdient GAZ sein Geld mit Kleintransportern des Typs „Gazelle“. Allerdings mehr schlecht als recht, denn der Konzern hat mehr als eine Milliarde Euro Schulden angehäuft und bezahlt zum Teil seit einem Jahr die Rechnungen nicht. Auch deutsche Firmen sitzen auf ihren Außenständen – und liefern nicht mehr. Der klamme Oligarch Oleg Deripaska, der die Mehrheit an GAZ hält, ist auf Finanzhilfe der Regierung angewiesen. Ihm scheint Putin inzwischen so wenig zu vertrauen, dass Deripaska nicht einmal direkt an Opel beteiligt wurde. Die russische Trikolore wird in Rüsselsheim die Sberbank hissen.
Trotzdem soll GAZ als „technologischer Partner“ der Sberbank die Opel-Modelle in Russland für Russland produzieren. Im Magna-Konzept ist davon die Rede, binnen fünf Jahren eine Million Opels über die russischen Fließbänder laufen zu lassen. Ob das jemals klappt, ist zu beweifeln Auf dem russischen Markt lassen sich dieses Jahr kaum mehr als eine Millionen Autos verkaufen. Selbst wenn das Marktvolumen nach der Krise wieder auf drei Millionen steigt, wird es Opel kaum gelingen können, ein Drittel des Marktes allein zu kontrollieren.
Russische Financiers am Steuer
Ohnehin fehlt dafür die Infrastruktur. GAZ verfügt derzeit über eine Kapazität von 300.000 Fahrzeugen im Jahr, allerdings vorwiegend für Kleintransporter. Der groß angelegte Um- und Ausbau der Gorki-Werke würde viele Kreditmilliarden kosten – Geld, das die Sberbank derzeit eher in die Rettung angeschlagener russischer Banken und die Finanzierung kleinerer Investitionsprojekte stecken könnte.
Doch das Ziel, die einheimische Autoindustrie voran zu bringen, ist festgemeißelt. Die Sberbank soll den Kraftakt finanzieren und wird hierfür als Staatsbank auch die nötigen Milliarden aus den Kreml-Kassen bekommen. Über das Kontrollpaket an Opel hat sich Gref das Recht verbrieft, auf deutsches Know-how zuzugreifen. Mit Argusaugen wird auch die Regierung darüber wachen, dass das auch wirklich geschieht.
Ob das mittelfristig in Deutschland mehr Arbeitsplätze kosten wird als die angekündigten 2.200, bleibt abzuwarten. Bis dahin dürfen Magna-Manager den Opel-Konzern zwar eigenhändig steuern – die russischen Financiers werden ihnen aber sehr wohl ins Lenkrad greifen, denn auf Finanzinvestitionen lässt sich der Kreml nicht ein. Putins Kontrollstaat funktioniert nicht ohne Plan.











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Alle Kommentare lesen01.06.2009, 09:44 UhrAnonymer Benutzer: Dithie
Zu: Weltniveau....Autohersteller ect.ect.
Frage: Wer will was?Die Opfer sind immer die steuerzahlenden bürger,
ob in USA,Rußland oder wir Deutsche.....!
31.05.2009, 23:18 UhrAnonymer Benutzer: Erik Wassenich
Es ist laecherlich, Russland als den groessten Automarkt Europas zu bezeichnen. Erstens ist die bevoelkerungszahl von 140 Millionen stark ruecklaeufig, zweitens is das Durchnittseinkommen viel zu niedrig, es gibt eine nur sehr duenne Mittelschicht, die sich keine teuren Autos leisten koennen. Die meisten kaufen sich einen neuen 'alten Lada Schiguli', der 1960 von Fiat entwickelt wurde.
31.05.2009, 23:09 UhrAnonymer Benutzer: Bond
auch der Kreml weis das man mit Gas und Öl langfristig kein Geld verdienen kann. Die Elektroautos werden schnelle Realität wie den Ölbaronen lieb ist. Also muss man investieren und wenn die Deutschen das noch finanzieren ist alles ok. Arbeitsplätze werden so direkt nach Russland verlagert und Schröder wird berater, die Genossen sind sich immer einig