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Opel-Rettung: Merkel will sich als Opel-Retterin feiern lassen

von Martin Seiwert

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückt aufs Tempo: Bis zur Automesse IAA am 17. September will sie eine endgültige Entscheidung über den künftigen Opel-Investor. Bei ihrem Besuch der Messe will sie sich dann für die Rettung des Autobauers feiern lassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende März 2009 bei einem Besuch des Opel Werkes in Rüsselsheim Quelle: AP

Das Kanzleramt hat nach Informationen der WirtschaftsWoche bereits Kontakt mit Opel aufgenommen, um die Einzelheiten des Auftritts zu planen, heißt es aus dem Unternehmen. Merkel soll eine Rede am Messestand von Opel halten. Berlin und Rüsselsheim planen bereits die Gestaltung der Bühne, auf der Merkel sprechen soll.

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Die IAA startet am 17. September und endet am 27. September, dem Tag der Bundestagswahl. Merkel werde bei ihrem „üblichen Messerundgang sicher auch an den Opel-Stand kommen“, sagte ein Opel-Sprecher, wollte aber keine weiteren Angaben dazu machen. Intern heißt es, Opel werde „alles tun, um eine Entscheidung bis zur IAA zu haben“.

Die Bundesregierung bestätigte, dass sie nach der noch am Freitag erwarteten Empfehlung von General Motors im Bieterstreit um Opel schnell eine abschließende Entscheidung anstrebt. „Es ist so, dass wir eine zeitnahe Entscheidung wollen“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Vom GM-Verwaltungsrat erwarte man Freitagnacht zumindest eine „Grundeinschätzung“ zu den Offerten des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna und des Finanzinvestors RHJ. Regierungssprecher Klaus Vater machte nochmals deutlich, dass Kanzlerin Angela Merkel eine Präferenz für das Magna-Angebot und Vorbehalte gegenüber den Opel-Plänen von RHJ signalisiert hatte.

Um die Rettung von Opel zu beschleunigen, bieten Bund und Länder jetzt an, die benötigten Staatsbürgschaften von 4,5 Milliarden Euro zunächst alleine aufzubringen – ohne die Staaten, in denen ebenfalls Opel-Werke stehen. Damit würden die deutschen Steuerzahler jedoch einseitig belastet. Denn nach dem Rettungsplan von Magna, den der Autozulieferer am 17. Juli der Bundesregierung vorstellte und der der WirtschaftsWoche vorliegt, sollen künftig 34,7 Prozent der Opel-Arbeitsplätze im europäischen Ausland liegen.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, die Bundesregierung habe mit ihrem Angebot an die anderen EU-Länder mit Opel-Standorten, die staatlichen Finanzhilfen bei der Übernahme des Autobauers zunächst alleine zu übernehmen, das Verfahren beschleunigen wollen. Dieses Vorleistungsangebot habe mit unterschiedlichen Regulierungen für staatliche Hilfen in den Ländern zu tun, sagte die Sprecherin. Auf diese Weise sollten Verzögerungen vermieden werden.Das Angebot sei nicht dazu gedacht, die anderen EU-Länder mit Opel-Standorten zu einer Festlegung zugunsten von Magna zu drängen.

Unterdessen sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters, im Verwaltungsrat von GM zeichne sich inzwischen eine Präferenz für den Bieter Magna ab. Bislang hatte die GM-Seite eher RHJ bevorzugt.

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.08.2009, 15:39 UhrAnonymer Benutzer: Niklas

    ich sehe das ähnlich, wie es mein Vorposter, Sebastian, bereits erwähnte. Es kann doch nicht sein, dass nach wie vor GM dafür verantwortlich ist, dass man sich keinen Millimeter bewegt.

    GM kann bis heute nicht ansatzweise beweisen, welche unternehmerischen Kompetenzen man als früherer führender Weltkonzern eigentlich voraussetzen sollte. im Gegenteil, die Entscheidung wird solange rausgezögert, bis es wieder Millionen von Euro kostet.

    Dass Merkel ihr Amt verteidigen möchte ist finde ich legitim. Meine Präferenz wäre ohnehin die insolvenz gewesen, das wäre für die beteiligten und uns Steuerzahler der klimpflichste Weg. Wieso soll ich für die aberwitzigen bürgschaften in den nächsten 50 Jahren aufkommen?

  • 22.08.2009, 16:55 UhrAnonymer Benutzer: Sebastian

    GM bzw. Opel hatten - der Pressemitteilungen nach zu urteilen - nicht einmal ein Konzept parat, als sie den Steuerzahler um Hilfestellung baten! Selbst der kleine Gemüsehändler auf dem Markt muss vorausdenken und planen. Das ist erst recht Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensführung im Konzern. Das lernt jeder Kaufmann bei seiner Ausbildung und braucht nicht mal ein betriebswirtschaftliches Studium dazu. Sitzen denn in den Vorständen/Aufsichtsräten nur noch Politiker und Juristen?
    beide sind sicher auch wichtig. Aber gewiss nur mit je 1 Person. Der Rest muss aus Kaufleuten, ingenieuren, Wissenschaftlern und Arbeitskräften bestehen, je nach Aufgabenstellung.

    Die sündteure Wahlkampf-Verschrottungsprämie ist also fehlgelaufen. Von Ford liest man nichts. Liegt es an der Unternehmensführung? Früher gab es die Möglichkeit der insolvenz, um investoren die Möglichkeit des Einstiegs zum Marktwert zu schaffen. Pleitemanager könnten sich so auch ihren Abschied nicht mit sittenwidrigen bonuszahlungen auspolstern. Sittenwidrig deshalb, weil bonus, wie es der Name schon aussagt, für Erfolg gezahlt wird.

    Herrn von Guttenberg ist es zu verdanken, dass CDU/CSU bei den Umfragen so gute Werte bekommen. Er hat als Politologe Sachwissen bewiesen und mit seinem breiten Kreuz gegenüber Widersachern der Opposition und der eigenen Partei vermutlich noch schlimmeres verhindern können.

    Das sieht sicher der Wähler ein. Sieht er aber auch ein, dass er dafür geradestehen muss, dass heruntergewirtschafteten Unternehmen teure Lebensrettung geleistet werden muss und die Täter mit hohen Abfindungen weggelobt werden?

    Dieser Wahlkampf ist der teuerste unserer Geschichte und wird vermutlich in den nächsten Legislaturperioden nicht mehr so leicht überflügelt werden. Das fatale daran: die Wähler danken es den Verantwortlichen mit ihrer Stimme!

  • 22.08.2009, 16:05 UhrAnonymer Benutzer: Nachdenklicher

    Das wird teuer, ganz gleich wie es ausgeht. Die amerikanische
    Verwaltungsrat von GM hat ja nichts mit der Heilsarmee zu tun.
    Und wer von uns würde auch nicht kräftig den Preis treiben, wenn
    man weis, dass der Verhandlungsteilnehmer sich schon festgelegt
    hat?

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