Opel-Rettung: Neue Details machen Opel zur teuren Braut für Magna

Opel-Rettung: Neue Details machen Opel zur teuren Braut für Magna

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Putzfrau im Opel-Hauptquartier: Der Einstieg von Magna ist noch nicht in trockenen Tüchern

Die Übernahme von Opel durch das Magna-Konsortium ist noch nicht in trockenen Tüchern: Opel muss an GM jährlich Millionenbeträge für Patentlizenzen zahlen. Auch GM sieht noch eine Menge Arbeit bis zum Magna-Abschluss - und Fiat gibt nicht auf.

Die Trennung von General Motors wird für den deutschen Autobauer Opel teuer. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, muss Opel für GM-Technologie Lizenzgebühren zahlen. Dafür würden in den nächsten zehn Jahren fast 6,5 Milliarden Euro fällig. Dazu kämen Opel-Vorzugsaktien im Wert von 200 Millionen Euro sowie eine einmalige Barzahlung von 300 Millionen Euro. Das Blatt berief sich auf interne Regierungsunterlagen.

Doch die genaue Lektüre des Berichts entschärft die Dramatik um die Lizenzahlungen ein wenig: Denn bis 2014 zahlt Opel am Umsatz gemessen weniger Lizenzgebühren als bisher.

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Dem Handelsblatt zufolge führte Opel im Jahr 2007 687,7 Millionen Euro an Lizenzgebühren an GM ab. Das entspricht 4,7 Prozent des Opel-Umsatzes in diesem Jahr. Bis 2012 muss Opel  für die Nutzung von GM-Patenten 3,25 Prozent des Jahresumsatzes an die ehemalige Mutter zahlen, die nächsten zwei Jahre steigt der Anteil auf 3,80 Prozent. Danach steigt die Summe dann auf fünf Prozent an.

Pensionslasten von Opel als Stolperstein

Schwerer wiegen da schon die Pensionslasten von Opel in Höhe von 4,5 Milliarden Euro. Sie würden noch Zündstoff bergen, schreibt das Handelsblatt. In dem mit dem Opel-Interessenten Magna abgeschlossenen Vorvertrag bleibe die Frage der Pensionen unerwähnt. Magna arbeite mit Opel und dem Pensionssicherungsverein aktuell an einer Lösung.

Der kanadisch-österreichische Zulieferer hält sich bei dem Opel-Deal weiterhin eine Hintertüre offen. Bislang besteht zwischen Magna und der Bundesregierung nur eine vorläufige Vereinbarung über den Einstieg bei Opel. Magna selbst hatte am Montag ausdrücklich davor gewarnt, dass die Übernahme noch scheitern könnte.

Auch GM sieht den Vertragsabschluss mit dem neuen Opel-Investor Magna noch nicht in trockenen Tüchern. Vor einem endgültigen Abschluss liege noch Arbeit, sagte GM-Chef Fritz Henderson gestern in einem Live-Chat des Konzerns im Internet.

Fiat und BAIC geben noch nicht auf

Sollte Magna bei Opel das Handtuch werfen, steht der italienische Autohersteller Fiat Gewehr bei Fuß. „Wir haben weiterhin Interesse an Opel. Die Entscheidung liegt jedoch nicht bei uns“, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne heute in Turin. Technisch gesehen, sei der Vertrag noch nicht in trockenen Tüchern.

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ ist auch der chinesische Autohersteller BAIC weiterhin ernsthaft an einer Übernahme von Opel interessiert. Die Chinesen hätten die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) beauftragt, die Bücher von Opel zu prüfen. Zudem habe sich BAIC der Unterstützung der Deutschen Bank versichert. Das chinesische Unternehmen hatte sein Angebot für Opel erst relativ spät eingereicht und war deshalb bei den Verhandlungen vor Pfingsten nicht mehr berücksichtigt worden. Die Bundesregierung betonte unterdessen, der Bieterprozess sei nach wie vor offen.

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