_

Opel-Rettung: Opel-Betriebsrat: Bochumer Werk besser als Rüsselsheim

von Martin Seiwert

Der Opel-Betriebsrat will mit Hilfe der EU die Subventionen für die Getriebefertigung im niederösterreichischen Aspern stoppen und dadurch die Getriebefertigung in Bochum vor der Schließung bewahren.

Opel-Konzernzentrale in Quelle: dpa
Opel-Konzernzentrale in Rüsselsheim: Das Stammwerk braucht länger zum Zusammenschrauben von Autos als der Standort Bochum Quelle: dpa

Das kündigte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel gegenüber der WirtschaftsWoche an. „Wir haben gehört, dass die niederösterreichische Regierung diese Produktion mit Steuergeldern subventionieren will. Es könnte also zu einem Personalabbau in Deutschland kommen, weil in Österreich mit Steuergeldern neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das wäre ein klarer Fall für die EU“, so Einenkel.

Anzeige

Der Betriebsratschef bestätigte die Pläne von GM, die Getriebefertigung in Bochum zu schließen. „Europaweit sind die GM-Getriebewerke nur zu 40 bis 50 Prozent ausgelastet. Deshalb soll es statt vier nur noch zwei Produktionsorte geben. Die Getriebeproduktion würde aus Rüsselsheim nach Ungarn wandern, jene aus Bochum soll nach Aspern. Das ist im geplanten Abbau von 1.800 Arbeitsplätzen in Bochum berücksichtigt.“

Einenkel widersprach der Behauptung seines Opel-Aufsichtsratskollegen und IG-Metall-Bezirksvorsitzenden Armin Schild, die Sanierung von Opel erfordere nicht die  von GM genannten 3,3 Milliarden Euro sondern sechs bis sieben Milliarden Euro."Ich habe derzeit eigentlich keinen Grund zur Annahme, dass das Geld nicht reicht", sagte Einenkel.  "Ich halte wenig von solchen Zahlenspielereien, solange der Sanierungsplan nicht auf dem Tisch liegt."

Einenkel hält die Schließung der Getriebefertigung in Bochum  nicht nur wegen des Arbeitsplatzabbaus für falsch. Die Getriebe aus Österreich seien zu schwer für Kleinwagen wie den Corsa. „Wir halten das für Unsinn. Das Getriebe aus Bochum wird für den heutigen Corsa benötigt. Es könnte auch in Zukunft große Bedeutung haben, denn es ist ein kleineres Getriebe mit großem Potenzial für sparsame Autos. Die Getriebe aus Aspern sind größer, teurer und ökologisch nicht so sinnvoll.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Bochum günstiger als andere Standorte ist

Zu diesem Artikel
2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.11.2009, 23:29 UhrAnonymer Benutzer: Gast

    Aspern ist in Wien, was sollte also Niederösterreich fördern??? Und die Getriebe sind kompatibel und fast baugleich. Die Verlagerung ist längst überfällig.

  • 28.11.2009, 15:36 UhrAnonymer Benutzer: money-penny

    nur schade, dass in der Überschrift von rüsselsheim die rede ist und im text von aspern österreich

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.